3. Advent

Veröffentlicht Januar 22, 2013 von Zarah

Heute will ich mal von meinem 3. Advent berichten. Ist zwar nicht mehr ganz das Hier & Jetzt *lol*, aber sooo lange auch wieder nicht her.

Es war der 16. Dezember 2012, eine Woche vor Heiligabend, 5i Tage vor dem galaktischen Mega-Event und ich beschloß, mir an dem Adventssonntag etwas Gutes zu tun und zu den 5 Rhythmen zu gehen. Das war die beste Idee, die ich haben konnte. Das Yogazentrum in der Pfuelstraße ist ein schöner Ort, im 5. Stock praktisch unterm Dach gelegen, mit einem riesigen Zimmerbaum, schöner Holztäfelung und einer angenehmen Atmosphäre. Ich merkte auch direkt, wie sehr mir die Bewegung und das Schwitzen gefehlt hatte. Es sammelt sich einfach zu viel im Körper an, wenn man es nicht zwischendurch mal rausschwitzt.

Da es Adventszeit war und nicht nur das Ende des Jahres, sondern auch noch das Ende eines großen Zyklus, hatte unsere Lehrerin das Thema „Dankbarkeit“ mitgebracht. Wir sollten uns an einem Punkt jeweils zu viert zusammenfinden und (wenn wir wollten) uns darüber austauschen, wofür wir gerade dankbar sind.

Interessanterweise kam (zumindest in meiner Gruppe)  bei allen das Thema auf die 5 Rhythmen – wie dankbar wir sind, die Rhythmen gefunden zu haben, wie schön es ist, in einen  Raum mit einer solch angenehmen Atmosphäre kommen zu können und sofort das Gefühl zu haben, daß man dort willkommen ist, und mit anderen zusammen tanzen zu können. Wir erzählten uns gegenseitig, wie wir die 5 Rhythmen entdeckt hatten, und ich hatte das Gefühl, es war noch mal so was wie ein Tribut an Gabrielle Roth, eine Würdigung ihrer Arbeit und des riesigen Geschenks, das sie für uns alle hinterlassen hat. (Gabrielle starb im Oktober 2012. Hier ein Link zu einem Interview, das sie wenie Wochen vor ihrem Tod gegeen hat: http://www.merlinsdiarypodcast.blogspot.co.uk/2012/09/show-19-gabrielle-roth.html – mit Rechtsklick und „Ziel speichern unter“ kann man die mp3 downloaden, mit Doppelklick den Podcast anhören. Ich hab es selbst noch nicht gehört, da ich den Link erst bekommen habe, bin aber schon sehr gespannt …)

Wie ich selber zu den 5 Rhythmen gekommen bin, werde ich vielleicht mal an anderer Stelle in diesem Blog berichten..

Nach dem Ende der Wave (einmal durch alle 5 Rhythmen tanzen = eine Wave) hatten wir noch ein nettes Adventspicknick mit Tee und Keksen in der Mitte des Raumes. Als ich dann rausging, hatte ich seltsamerweise das Gefühl, nicht richtig mit dem Körper verbunden zu sein … als müßte ich mir für jede Bewegung eine extra Anweisung geben. Die 5 Treppen im Aufgang dort sind nicht ohne, und ich ging seeeehr vorsichtig Stufe für Stufe, schaffte es aber glücklich ohne Unfall bis unten hin.

Eigentlich wollte ich mich gleich auf dem Weg zur U-Bahn machen. Überall lag noch Schnee bzw. Matsch. Doch dann hatte ich den Impuls, auf das Gelände des Kinderzirkus‘ zu gehen, das gleich am Weg liegt. Das ist ein echter Kraftplatz, dort stehen überall selbstgeschnitzte Skulpturen und die Pflanzen, die dort wachsen, strömen eine irre Energie aus. Ich dachte, dort würde jetzt niemand sein,  und in meinem merkwürdigen Zustand wäre es vielleicht ganz gut, ein bißchen Ruhe zu tanken, bevor ich mich in der U-Bahn ins Gewühl stürzte.

Tja, falsch gedacht! Scheinbar ging dort gerade eine Veranstaltung zu Ende. Leute waren sich am Verabschieden, ein ca. 10jähriges Mädchen balancierte auf einem Einrad mitten im Schneematsch. Wow, dachte ich, das würde ich mich nicht trauen …! Als ich um die Ecke bog, entdeckte ich ein riesiges Holzfeuer, das in einem großen gußeisernen Kessel brannte. Ein paar Leute saßen drum herum und ein paar Stühle waren noch frei. Ich setzte mich einfach dazu … ich liebe offene Feuer über alles. Leider hat man ja sonst so wenig Gelegenheit, eins zu sehen, daher freute ich mich total darüber, in die Flammen blicken und die Wärme genießen zu können. Untermalt wurde die Atmosphäre auch noch von mittelalterlichen Weihnachtsliedern (es klang eher nach Mittelalter als nach Weihnachten) von einem Stand hinter dem Feuer, der gerade noch am Einpacken war.

Nach und nach gingen die Leute alle weg, dann war ich eine Weile allein dort. Dann stellte sich eine weitere Frau dazu, und eine zweite kam, um sich von dieser zu veraschieden. Die erste meinte: „Kommt ihr morgen auch?“ Die andere sagte, das könne sie noch nicht genau sagen, es hätten sich in ihrem Leben so große Veränderungen ergeben, und sie würde jetzt ziemlich weit draußen wohnen, quasi „vor“ Berlin – dadurch sei es immer eine längere Fahrt. Sie erzählte, wie alles gekommen war … „Eigentlich sind wir wegen den Kindern rausgezogen. Dort gibt es so eine tolle Schule. Da geht es nach dem Prinzip, daß Lernen Spaß machen soll. Die Lehrer werden alle mit dem Vornamen angesprochen: ‚Gisela, ich hab da was nicht verstanden!‘ ‚Ja, zeigmal her …‘ Gekocht wird direkt dort in der Schule, und die Kinder werden morgens mit einem Bus abgeholt und abends zurückgebracht. Ich habe überhaupt keine Arbeit damit, und die Kinder sind glücklich.“

Sie erzählte, sie würde jetzt dort in einer Wohngemeinschaft leben, was anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig war, aber es hätte sich richtig großartig entwickelt. „Früher konnte niemand das gebrauchen, was ich kann. Da, wo ich jetzt bin, waren meine Fähigkeiten genau das, was dort noch gefehlt hat, und ich kann das jetzt richtig einbringen.“ Dann unterhielten sich beide noch über den Kinderzirkus und das Einüben der Nummern, was allen anscheinend riesigen Spaß gemacht hat, und wie selbst anfangs als „schwierig“ geltende Kinder nach und nach ihren Platz in der Gruppe fanden und begeistert mitmachten. Nach meinen Negativ-Erfahrungen mit den „Lichtarbeitern“ hatte ich auf einmal das Gefühl, hier viel eher am richtigen Ort zu sein …

Als die eine Frau dann ging, fragte ich die andere, ob das hier noch bis Silvester jeden Tag stattfände: „Nein“, meinte sie, „heute war der letzte Tag.“ Ich war sehr traurig, daß ich das jetzt erst mitbekommen hatte, aber andererseits auch froh, daß ich meinem Impuls gefolgt war, reinzugehen und es ganz zum Schluß noch entdeckt hatte.

Als ich dann zur U-Bahn ging, hatte ich das merkwürdigste Gefühl …  fast, als sei ich ein Walk-in, gerade erst auf diesem Planeten angekommen, der sich total wunderte, wieso hier alles so laut war, und dem der Körper Informationen darüber funken mußte, was die vorherige Bewohnerin des Körpers früher mal erlebt hatte. So, als hätte nicht „ich“ das erlebt, sondern irgendjemand anders. Voll seltsam. Leider wurde es dann wirklich schwierig, dem Gefühl nachzugehen, denn auf dem U-Bahnhof war irgendein Typ am Austicken. Er war wegen irgend etwas unglaublich wütend und schrie an einer Tour so laut, daß es über den ganzen Bahnsteig hallte. Ich war froh, als die Bahn endlich kam … und erst recht froh, als ich es nach Hause geschafft hatte, denn in meinem merkwürdigen Zustand war jedes Geräusch eine Qual.

Seltsame  neue Abenteuer fürwahr … mal sehen, was noch kommt.

Kommentare sind willkommen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: