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Celia Fenn – Das Lied des Wassers: Eine kosmisch-schamanische Perspektive

Veröffentlicht März 5, 2018 von Zarah

Das Lied des Wassers: Eine kosmisch-schamanische Perspektive

veröffentlicht von Celia Fenn am 4. März 2018

Originaltext HIER

 

Wasser ist eine multi-dimensionale elementale Substanz, die in den Höheren Dimensionen Flüssiges Licht ist.

Während wir in das Bewußtsein der Neuen Erde eintreten, müssen wir Wasser als Flüssiges Licht kennenlernen und seinen Zweck in unserem Leben auf dem Planeten Erde verstehen und respektieren.

Wasser ist ein reines und schönes Wesen, und sein Lied ist die Schönheit und Klarheit allen Lebens.

Am Anfang … eine kosmisch-spirituelle und schamanische Perspektive auf das Wasser

In der Antike und bei den indigenen Völkern verstanden viele Menschen, daß Wasser ein Teil der Urschöpfung war. Bevor es das Leben gab, wie wir es kennen, gab es die Urelemente, von denen Feuer und Wasser die beiden hauptsächlichen kosmischen Elemente waren.

In den antiken ägyptischen Erzählungen war das Feuer weiblich, wie es von dem Löwenwesen namens Tefnut repräsentiert wurde. Das Wasser war männlich und wurde von dem als Shu bekannten Wesen repräsentiert. In seiner flüssigen oder kosmischen Form wurde Wasser als Wasserdampf erfahren, und so war Shu ein luftiges und flüssiges Wasserwesen.

In ihren ursprünglichen kosmischen Formen verbanden sich diese beiden Elementarwesen miteinander, um alle anderen Lebensformen im Kosmos zu gebären. In ihrer Galatischen Form war Nut der galaktische “Fluß” der Sterne und die Große Mutter, und Geb war der Große Vater, der auch Erde und Materie war.

Auf den verschiedenen Dimensionsebenen war das Wasser als Schlüsselelement in der Heiligen Kette des Lebens sowohl männlich als auch weiblich.

Die alten Ägypter, die ihre Lehren von den Löwenmeistern von Sirius erhielten, respektierten daher den Fluß des Wassers sowohl in seinem kosmischen Aspekt als Fluß der Sterne in der Milchstraße, wie auch als den Fluß des Wassers auf der Erde, den sie den Nilfluß nannten. Sie verstanden, daß der Fluß des Wasserelements der Überbringer des Lebens und der Fülle für alles Leben in der Galaxis war.

Ohne den Fluß reinen und klaren Wassers kann es keine Fülle und kein Leben geben. In seinem reinen Zustand als Flüssiges Diamantlicht trägt das Wasser die ursprünglichen Lichtcodes für Fülle und Leben. Diese ursprünglichen Codes strömen beständig durch die Solaren und Galaktischen Sternentore hinunter zur Erde, ebenso wie die neueren Lichtcodes mit den aktuellen kosmischen Informationen und Codes. Doch wenn sie unseren Planeten erreichen, werden sie von der sehr niedrigen Frequenz des Großteils des Wassers auf dem Planeten “verdünnt” und blockiert.

Die indigenen Völker unseres Planeten verstehen das Heilige Wesen des Wassers, und ihre Traditionen enthalten Zeremonien und Gebete, um das Wasser zu ehren und dafür zu sorgen, daß es rein und sauber gehalten wird, so daß es weiterhin ein Kelch für die Wassercodes des Göttlichen Flüssigen Lichts sein kann. Auf diese Weise helfen sie, die Klarheit des Lebens und des Lebenssinns sowie die fortlaufende Verbindung mit dem Fluß des Lebens und der Fülle sicherzustellen, der “vom Throne Gottes” herabfließt, wie es in christlichen Heiligen Schriften beschrieben wird.

Wasser und das 21. Jahrhundert …

In unserer Zeit haben wir die Heilige Verbindung zum Wasser verloren, und wir haben unsere Fähigkeit verloren, in Klarheit, Flow und Fülle zu leben.

Die Wasserquellen auf dem Planeten sind verseucht und giftig geworden. Der Klimawandel hat Trockengebiete geschaffen, wo es nicht mehr genügend Wasser oder Regen gibt, um das Leben zu erhalten.

Wasser ist heutzutage nur noch eine “Ressource”, die bei menschlichen Aktivitäten kontrolliert und benutzt wird, ohne Rücksicht auf das tiefere und heiligere Wesen der Substanz.

Anstatt das Wasser als Quelle des Lebens zu ehren, ist das Wasser zu einem giftigen und verschmutzten Behältnis der giftigen und Schattenseite unserer Zivilisation und Kultur geworden.

Wo es einst klare Wasserläufe und Flüsse gab, gibt es heute nur noch verseuchte und giftige Wasserwege. Diese Vergiftung des “Körpers” der Erde und ihres “Blutstroms” bedeutet, daß viel von der Erde selbst ungesund und aus dem Gleichgewicht ist, und daß wir als ihre Kinder in Gefahr sind, ebenso zu werden.

Auf emotionaler und mentaler Ebene sehen wir nicht mehr unsere Beziehung mit unserer Seele und der Erde durch den Flüssigen Lichtspiegel der Klarheit und Liebe, sondern durch einen dunklen und verschmierten Spiegel, der uns die Giftigkeit und Verschmutzung unserer Wasserquellen auf der Erde zeigt. Oder das völlige Austrocknen dieser Quellen. Und so sind wir in Gefahr, zu glauben, daß diese giftige Widerspiegelung das ist, was wir sind.

Es verwundert kaum, daß viel von der Erde im 21. Jahrhundert sich in einem Zustand des Mangels, des Verlustes und der Wut befindet, da der Fluß der Fülle zurückzuweichen statt stärker zu werden scheint.

Doch nein … das ist nicht, wer wir sind, und wir können mit der machtvollen Kosmischen Intelligenz im Wasser zusammenarbeiten, um die Gewässer zu heilen und die Klarheit und Kraft unserer Gewässer wiederherzustellen, indem wir uns mit den ursprünglichen Lichtcodes für das Flüssige Diamantlicht verbinden und den Fluß der Diamantenen Klarheit in unserer Arbeit und unserer Beziehung mit dem Wasser zu erlauben.

Galaktischer Schamanismus und die Wasser-SchamanInnen … das Transformieren unserer Wasserquellen

Zu dieser Zeit in unserem Transformationsprozeß sind wir die LichtkriegerInnen und LichtarbeiterInnen, die gekommen sind, um Wegbereiterinnen zu sein in der Transformation der Erde von einer drittdimensionalen Welt zu einem multidimensionalen Planeten mit Zugang zum Höheren Bewußtsein und der Fähigkeit, aus dem Heiligen Inneren Raum heraus zu manifestieren und zu erschaffen.

Jetzt sind wir aufgerufen, WasserkriegerInnen und WasserschamanInnen zu sein und unsere Kraft als MeisterInnen des Lichts und der Energie zu benutzen, um daran zu arbeiten, den Wasserquellen auf unserer geliebten und multidimensionalen Erde die Klarheit und Reinheit zurückzugeben.

Es gibt viele Möglichkeiten, das zu tun. Zuerst und am wichtigsten: Wir können mit uns selbst arbeiten, um unsere eigenen inneren Wasserquellen zu reinigen, zu klären und ihnen die Reinheit zu bringen. Dazu gehört das Ausleiten emotionaler und mentaler Giftstoffe, die uns daran hindern, unsere eigene Klarheit und Schönheit als Seelen in menschlicher Form zu sehen. Wenn wir uns durch den dunklen Spiegel betrachten, sehen wir nur das Giftige und Verschmutzte, doch wenn wir uns in Klarheit sehen, sehen wir unsere Schönheit und Vollkommenheit. Und dann können wir daran arbeiten, mehr Klarheit mehr Transparenz und mehr Flow durch Schönheit und Harmonie in unser tägliches Leben zu bringen. Wir können WasserschamanInnen werden und ein tägliches Segnen der Gewässer der Erde praktizieren, so daß diese Klarheit und Reinheit sich in alle Gewässer des Planeten ausbreitet.

Wir können auch in unserem täglichen Leben daran arbeiten, unseren Anteil an der Verschmutzung der Gewässer zu minimieren und das Heilige Leben des Wassers zu allen Zeiten zu ehren. Jedesmal, wenn wir in unserem täglichen Leben Wasser benutzen, sollten wir uns mit ihm verbinden und es mit Dankbarkeit und Segnungen ehren. Es ist das Wasser des Lebens.

Wenn wir WasserschamanInnen und WasserkriegerInnen werden wollen, können wir hinausgehen und die Gewässer der Erde verteidigen, wann immer wir Mißachtung und Verschmutzung heiliger Wasserequellen beobachten.

Wir können Wasserzeremonien machen, allein und in Gruppen, um zu reinigen und zu klären und dem Wasser die Reinheit zurückzugeben und den Fluß des flüssigen Lichts der Fülle wieder auf unserer wunderschönen multidimensionalen Erde zuzulassen.

Persönliche Wasserzeremonie für das tägliche Segnen der Gewässer

Für diese Zeremonie brauchst du eine kleine Glasschale, die möglichst mit reinem Quellwasser gefüllt ist. Leitungswasser ist nicht so gut, da es bereits voller Chemikalien ist. Du kannst für die Zeremonie Blumen oder Blütenblätter in das Wasser geben. Es ist auch gut, eine Kerze dabei zu haben, um Feuer und Licht zu repräsentieren, und Salbei oder ein Räucherstäbchen, um die Luft und den Ort der Zeremonie zu reinigen.

Beginne, indem du deine Kerze anzündest und darum bittest, daß Spirit und die Lichtwesen mit dir sind.

Zünde deinen Salbei oder dein Räucherwerk an und bitte um eine tiefe Reinigng deines persönlichen Raumes und des Erdraumes. Wenn du möchtest, kannst du hier die Violette Flamme anrufen.

Wenn du mit schamanischer Praxis vertraut bist, kannst du einen Heiligen Kreis eröffnen und die vier Erd-Elemente hineinrufen.

Zentriere dein Bewußtsein in deinem Herzen und verbinde dich mit dem Göttlcihen Funken des Diamantlichts, der dein Höheres Bewußtsein ist. Erlaube dir, auf tiefer Ebene Liebe und Dankbarkeit zu empfinden für alles, was uns auf der Erde durch die Schöpfung gegeben wird. Hebe deine Glasschale mit dem Wasser hoch und übertrage diese Gefühle von Liebe und Dankbarkeit in das Wasser. Du kannst das ungefähr 10 Minuten lang oder länger tun.

Visualisiere auch den Fluß der Lichtcodes im Flüssigen Licht, während das Wasser vom Kosmischen Herzen herunter- und in die Erdenrealität hineinströmt. Sieh die Wasserquellen der Erde als rein und klar und sieh, wie sie die Lichtcodes der Fülle und des Lebens empfangen, während sie von Urschöpfer durch den Fluß des Flüssigen Lichts/Wassers herunterkommen.

Und … sieh, wie das Wasser des Planeten von einem dunklen und verschmutzten Zustand zu klarem und funkelndem Wasser transformiert wird, während die Lichtcodes absorbiert und aktiviert werden.

Halte diese Vision ein paar Minuten lang.

Nun kannst du deine Zeremonie abschließen, indem du Dankbarkeit und Liebe ausdrückst und einen Abschluß sprichst. Wenn du einen Heiligen Kreis geöffnet hast, kannst du ihn jetzt schließen. Es ist gut, das Wasser zu nehmen, das du in deiner Zeremonie verwendet hast, und es einem Fluß oder Wasserlauf in deiner Nähe zu schenken, wo die Absichten der Liebe und Dankbarkeit, die von dir in das Wasser eincodiert wurden, durch das Gewässer verbreitet werden. Du kannst das Wasser auch der Erde schenken, wenn kein Fluß in deiner Nähe ist.

Mit dieser täglichen Praxis wirst du deine persönliche Frequenz ebenso wie die der Gewässer der Erde erhöhen.

Wenn du gerne mehr über Galaktischen Schamanismus und schamanische Praxis erfahren möchtest, bist du eingeladen, dich zu unserem Galaktischen Schamanismus-Online-Training anzumelden. Die deutschsprachigen Termine für das erste Level (Einführungskurs) sind am 1., 8. und 15. April.

Mehr Infos über Galaktischen Schamanismus gibt es dennächst … stay tuned! 🙂

Text © Celia Fenn 2018, Übersetzung © Zarah Zyankali 2018. Bildquelle unbekannt. Der Text darf weitergegeben werden solange er vollständig und unverändert bleibt, diese Copyrightnotiz angehängt ist und auf Celias Originaltext sowie diese Übersetzung verlinkt wird. Danke.

Die Reise mit dem Fuchs

Veröffentlicht November 12, 2013 von Zarah

So viele neue Abenteuer hab ich inzwischen erlebt, und dabei hab ich immer noch nicht darüber geschrieben, wie unsere schönen Linden gefällt wurden und wie ich das erlebt habe. Bei der letzten Fällung war ich dabei, und es war, als würde mir das Herz aus dem Leib gerissen. Aber das ist eine Geschichte für ein andermal …

Jetzt bin ich gerade frisch zurück aus Tribal Mirrors, einem 4-tägigen 5-Rhythmen -Workshop, bei dem es um heiliges Theater geht – darum, unsere Ego-Charaktere aus dem Schrank zu holen und sie auf eine Bühne zu stellen. Es waren vier Tage voller wundersamer Begegnungen, schöner Überraschungen, und der unterschiedlichster Tänze. Wir haben zusammen geschwitzt, gelacht, geweint und gefeiert und unsere Körper und all unsere Gefühle einfach da sein lassen. Es waren über 70 Leute aus 17 verschiedenen Ländern, jede/r einzelne ein Spiegel für das Selbst. Ich kann noch gar nicht wirklich in Worte fassen, was ich da erlebt habe. Gestern brauchte ich dann erstmal sehr viel Ruhe und eine lange Session in der Badewanne. Aber heute wachte ich auf, sah die Sonne scheinen und war sofort glücklich und begeistert über den Tag. Das ist mir schon echt lange beim Aufwachen nicht mehr passiert. Seitdem fühl ich ein Gefühl in meinem Herzen, so sanft und schön … es fühlt sich ganz neu an, als würde etwas Neues gerade anfangen.

Doch jetzt erstmal zu etwas Altem. 😉 Seit diesem Frühjahr nehme ich an der Fern-Einweihung in die 12 göttlichen Strahlen von Sternenkraft teil. Dabei  habe ich schon die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht, manchmal hab ich auch gar nicht viel gemerkt. Am 3. November, dem Tag der Sonnenfinsternis und des Neumonds im Skorpion, fand dann die Initiation in den Weißen Strahl statt.  Und als „eigentlich“ alles schon vorbei war, ging es für  mich erst so richtig  los … es entfaltete sich eine schamanische Reise, die anknüpfte an andere Reisen und Träume von mir, die schon viele Jahre her sind.

Um ein bißchen die Kontinuität herzustellen, werde ich diese „alten“ Geschichten zuerst posten und zum Schluß dann das, was ich jetzt bei der Einweihung erlebt habe.

Fuchs im Gras

Fuchs im Gras

Die Reise mit dem Fuchs

Diese Reise ist inzwischen fast 20 Jahre her. Damals machte ich öfters eine Übung aus der Psychosynthese, bei der man einen Charakterzug, mit dem man Schwierigkeiten  hat oder den man tiefer erforschen will, als eine Gestalt sieht, mit der man sich unterhalten kann. Und zu der Zeit war es mir „passiert“, daß ich verschiedenen Leuten diverse Dinge versprochen und dann selber sabotiert hatte, daß daraus etwas wurde. Oberflächlich gesehen tat mir das leid und war mir auch peinlich, aber ich fühlte, wie innerlich irgendwas sich schadenfroh die Hände rieb. Das wunderte mich, und so beschloß ich, mit dem Ursprung dieser Schadenfreude Kontakt aufzunehmen. Hier folgt jetzt meine Tagebuch-Aufzeichnung. (Man beachte das Datum – es war genau zur Herbst-Tagundnachtgleiche.)

21.9.94

Der Trickster

Habe heute den Ursprung der Schadenfreude kennengelernt. Er erschien zuerst als Dämon, dann als Hase und zuletzt verwandelte er sich in einen Fuchs und blieb auch so. Stellte sich als Trickster vor, meinte, daß dieses ganze Guter-Mensch-Sein-Wollen von mir ziemlich hohl und pathetisch wäre und daß es viel mehr Spaß machen würde, Leuten, die anfangen, pathetisch und salbungsvoll zu werden, eins auszuwischen. „Weißt du noch, was es für nen Spaß gemacht hat, damals , als wir den Göttern die Knochen verpaßt haben? Mann, waren die sauer. Und als wir für die Menschen das Feuer geklaut haben? Die waren so arrogant, sie dachten, nur sie allein hätten ein Anrecht auf das Licht.“

Er/ich erinnerte mich an eine Stelle im Steppenwolf [von Hermann Hesse], wo auch das mühsam aufgebaute Pseudo-Selbst von Harry Haller in tausend Stücke geht und er zum erstenmal erkennt, wie pathetisch und hohl seine ganze moralische Entrüstung die ganze Zeit gewesen ist. „Und du bist genauso“, sagte der Fuchs. „Ich hab das nicht gemacht, um den anderen Leuten eins auszuwischen, sondern dem Teil von dir, der sich selber immer nur als gut und weise und selbstlos / hilfreich sehen will. Wenn du überhaupt irgendwie weiterkommen willst, mußt du lernen, dich selbst nicht mehr so teuflisch ernst zu nehmen.“ Steppenwolf: „Aller höhere Humor fängt damit an, daß man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt.“ Golas: „Wir können schließlich alle diese albernen Spiele mit sehr viel mehr Vergnügen spielen, wenn wir uns gewahr sind, was wir wirklich tun.“ Das Steppenwolf-Zitat hatte ich damals schon unterstrichen. Der Fuchs meinte: „Siehst du, das hast du mit achtzehn schon gewußt. Wie ist es dir gelungen, es so lange zu vergessen?“ Ich meinte ,ich hätte es eigentlich nicht so sehr gewußt, sondern anerkannt, daß es wichtig war, aber ich war auch damals schon nicht in der Lage, es in die Praxis umzusetzen.

FuchsSchafAni

Der Verlust der Unschuld

Der Fuchs meinte: „Komm mit, ich muß dir noch was zeigen.“ Dann war ich auch ein Fuchs, und wir trabten einen Hügel hinauf. Auf der anderen Seite war eine Schafherde. Wir griffen ein Schaf an, rissen es und fraßen es auf. (Füchse reißen zwar eigentlich normal keine Schafe, aber das war egal.) „So, jetzt bist du eingeweiht“, sagte er. „Du weißt jetzt, daß du andere Wesen verletzen, Blut vergießen und auch trinken kannst. Schafe sind so dämlich!“

„Aber auch unschuldig“, wandte ich ein.

„Na, aber du siehst ja, daß sie ihre Unschuld teuer bezahlen: sie sind so dumm, daß sie nicht merken, wenn Gefahr droht, und lassen sich einfach auffressen.“

Die typische Opferlammhaltung: sie ließen sich lieber auffressen, als sich ein Wissen darüber zu erwerben, daß es in der Welt auch Bösartigkeit und Gefahr gab, bloß um ihre Unschuld zu bewahren. Jetzt hatte ich meine eigene Unschuld getötet und aufgefressen und hoffte nur, daß ich in der Lage sein würde, sie einigermaßen zu verdauen.

Dann trabten wir durch den Wald. „Das ist der Wald. Er ist dunkel, aber das ist okay“, sagte der Fuchs. Eine Eule kam von oben auf uns runtergeschossen. Der Fuchs zeigte mir den Weg in einen engen Bau, wo sie nicht hinterherkonnte. „Aber ist das nicht feige?“ fragte ich ihn. „Manchmal muß man abhauen, sonst ist man geliefert“, sagte er.

Shapeshifting – Die Reise durch die 4 Elemente

Dann kamen wir aus dem Wald und trabten einen anderen Hügel hinauf, auf dessen Spitze ein großes schwarzes Kreuz stand. „Erinnerst du dich an Krabat?“ sagte er. „Sowas Ähnliches machen wir jetzt auch.“ Er stopfte eine längliche Pfeife (so ähnlich wie die, die M. hat, aber irgendwie auch wie das Opiumpfeifchen von Pablo im Steppenwolf) und reichte sie mir. Ich zog daran, dann rauchte er daraus, und wir tauchten beide ins Innere der Erde. Durch die Anspielung auf Krabat und Steppenwolf wußte ich, daß es eine Astralreise war und daß unsere Körper weiterhin unter dem Kreuz waren. Wir bewegten uns durch die Erde, als würden wir schwimmen. Dann tauchten wir in wirkliches, unterirdisches Wasser, tauchten wir durch ein Meer nach oben und kamen als Mensch und Dämon oben wieder raus. Wurden eine Weile durch die Luft gebeutelt, damit wir trocken wurden.

Danach war das Feuer dran. Wir sahen von weitem einen Vulkan. „Na, welches Wesen kann Feuer aushalten?“ fragte er mich grinsend. Ich dachte sofort an einen Drachen. Er meinte: „Godzilla auch.“ (Ich hatte mal mit M. einen Godzillafilm gesehen, wo er am Schluß in einem Vulkan begraben wird von Erdmassen. Aber er lebt weiter, weil es nichts gibt, was ihn umbringen kann, weder Feuer noch Wasser noch Gift oder Waffen oder sonst irgendwas.) „Also ich such mir jedenfalls Godzilla aus, aber wenn du lieber einen chinesischen Drachen willst, auch okay“, meinte er, und wir tauchten in dieser Gestalt in de Vulkan. Wir gingen durch das Feuer, schwammen dann durchs Meer als Fische, gruben uns durch die Erde als Maulwürfe.

„Na, was fehlt jetzt noch?“ fragte er mich. Wind fehlte. Auf einmal waren wir auf einer hohen Bergspitze, um die die Winde brausten. Wir verwandelten uns in Adler und ließen uns vom Wind tragen. Er grinste, weil er sah, daß ich die Lektion begriffen hatte: Man war nicht an eine Form gebunden, sondern konnte jegliche Form wählen, die der Situation gerade angemessen war. Als Füchse hätten wir das Feuer nicht überlebt, deshalb hatte ich auch erst ein bißchen Angst. Den Stürmen war ein schwerer Säugetierkörper nicht gewachsen, man brauchte einen leichten Körper mit Flügeln.

„Es ist nicht illoyal oder was“, sagte er. „Du mußt nicht immer einer Form treu bleiben. Du selbst bleibst immer gleich, egal, wie du gerade von außen aussiehst. Wenn du dir selber treu bleibst, kannst du jede Form annehmen, die du willst, und brauchst keine Angst zu haben, daß du auf einmal nicht mehr da bist. Die Form ist nur zeitweilig, von der Situation bestimmt. Wenn die Situation sich ändert, nimmst du eine neue Form an. Es macht Spaß, du wirst sehen. Es ist kein Täuschungsmanöver, bloß Pragmatismus. Du kannst immer wieder zu dir selbst zurückkehren.“

Das Flügelrad

Dann waren wir wieder zurück auf dem Hügel, auf dem das Kreuz stand. Hinter dem Kreuz erhob sich jetzt ein großer Kreis mit einem Punkt in der Mitte, der aber nicht fest war, wie das Kreuz, sondern aus flimmernder Luft zu bestehen schien. Er vereinigte sich mit dem Kreuz zu einem Rad, und dem Rad wuchsen Flügel. (Ich dachte noch: „Komisch, daß in meinen Geschichten immer Flügel vorkommen.“) Wir setzen uns darauf und flogen damit über den Wald hinweg und landeten in einer kreisförmigen Vertiefung, die aussah wie das Rad (genauso groß). Wir reichten uns die Hände. „Dies hat nichts mit Sex zu tun“, sagte er, „nur mit dem Körper. Du kannst alles überleben, wenn du das kapierst.“

Dann kam mir noch der Gedanke, daß ja das Pathos auch was mit meinem Bedürfnis nach Heldentum zu tun haben könnte, und ich dachte, man könnte ja auch gleich noch eine Reise mit dem Helden unternehmen. Er erschien auch, meinte aber: „Mach jetzt nichts mehr, lies erstmal weiter. Ich verstehe mich übrigens ganz gut mit dem Fuchs.“ Dann sah ich sie beide zusammen Schach spielen. Der Fuchs zog eine Figur und sagte: „Schach matt!“ Der Held fluchte gutmütig grinsend: „Scheiße, schon wieder verloren!“ Dann drehten sie das Brett um und begannen ein neues Spiel. Ich ließ sie dabei und las das Kapitel weiter. Es handelte davon, daß man seine sozialen Rollen als Masken durchschaut und aufhört, sich damit zu identifizieren – der Eintritt ins Kehlchakra. Daß man zum „Meister der Verwandlungen“ wird, wenn man merkt, daß keine dieser Masken man selber ist. Etc.

Was dann – trotz fast 20 dazwischenliegenden Jahren – wieder nahtlos überleitet zur Erfahrung der Tribal Mirrors

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