Fotografieren

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Veröffentlicht Oktober 20, 2014 von Zarah

Café Eule

Unverhofft kommt oft

Gestern hatte ich einen ganz wundervollen Tag. Und wieder einmal kam alles etwas anders als ich es mir gedacht hatte. Eigentlich hatte ich vorgehabt, einen kurzen Abstecher zum Café Eule im Gleisdreieck-Park zu machen, da ich dort vor kurzem ein paar wundervolle Blüten gesehen hatte, doch an diesem Abend war es zum Fotografieren schon zu dunkel gewesen. Ich wollte ein paar Bilder machen und mich dann auf die Bahn schwingen, um noch einen anderen Ort weit, weit im Osten Berlins aufzusuchen, an dem ich einmal mit der Berliner Geomantiegruppe gewesen war.

Als ich zum ersten Mal beim Café Eule war, war es schon etwas spät und es war nicht mehr viel los. Gestern nachmittag war ich deshalb ziemlich verblüfft, als ich um die Ecke bog und es von Menschen nur so wimmelte. Es sah aus, als würde dort eine Art Biomarkt stattfinden. Es gab Stände mit selbst eingemachten Früchten, Mini-Kakteengärtchen, organischem Saatgut und organischem Dünger. Das Highlight für mich waren die Frauen vom koreanischen Projektgarten, die selbstgemachte Puffer mit frisch gepflücktem Gemüse aus ihrem naheliegenden Garten feilboten. Wie sich herausstellte, war es eine Art Erntedankfest, das dieses Jahr hier stattfand. Im vorigen Jahr war es in den Prinzessinnengärten gewesen. Ich war „zufällig“ genau an diesem Tag darüber gestolpert, ohne das geringste davon zu wissen.

k-Social Seeds

Friedliches Miteinander – einfach nur schön

Ich ging dann noch ein bißchen weiter auf der Suche nach Blüten, die ich fotografieren konnte. Diesen Teil des Parks hatte ich noch nie zuvor besucht. Dort gibt es einen Abenteuerspielplatz und ein paar phantasievoll bemalte Klohäuschen. Es war unglaublich voll und doch total friedlich. Am 3. Oktober war ich im Kreuzberger Teil des Parks gewesen und hatte das Getriebe dort als laut und anstrengend empfunden. Hier war die Atmosphäre ganz anders. Eine Frau mit hellblond gefärbten Haaren und knallroten Klamotten spielte wunderschöne Walzer auf einem Akkordeon, während ihre Kinder sich scheinbar auf dem Abenteuerspielplatz vergnügten. Andere Eltern halfen ihren Kindern, die Klos zu benutzen, und mehr als einmal hörte ich Eltern sagen: „Das Jungensklo is besetzt? Na, dann gehst du halt bei Mädchen, das ist doch nicht so schlimm.“ Was  in mir die freudige Hoffnung erweckte, daß Geschlechterklischees nicht mehr lange eine Rolle spielen werden. 😉 Die Sonne schien warm, ich machte auch mal wieder meine Zirbeldrüsen-Meditation  und fühlte mich einfach nur superwohl.

Nessie

Ein verwunschener Garten

Nachdem ich eine Weile einfach nur die Sonne genossen hatte, machte ich mich dann wieder auf die Suche nach Blüten und fand abseits des Getriebes einen fast verwunschenen Ort. Spiegel und kunstvolles Flechtwerk hingen im Geäst, knorrige Holzskzlpturen mit Gesichtern standen zwischen den Bäumen, eine schwarze Katze saß finster blickend mitten auf dem Weg, und es wimmelte nur so von allen möglichen unterschiedlichen Pflanzen und Blüten. Wenn ich nicht so aufs Fotografieren fixiert gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich die Devas hinter jedem Ast hervorlugen sehen können. Auch das wundervolle abendliche Herbstlicht trug zu der verwunschenen Atmosphäre bei. Bald werde ich noch einmal ohne Kamera hingehen und mich ein bißchen tiefer einstimmen.

k-Kapuzinerkresse vor Spiegel

Dieser Tag war jedenfalls eine schöne Illustration des Goethe-Zitats: „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!“ Dieser märchenhafte Ort ist von mir zuhause in 5 Minuten zu Fuß zu erreichen, und ich hatte ihn noch nie gesehen.

Welche Orte und zauberhaften Dinge könnt ihr bei euch zuhause entdecken, in Gegenden, wo ihr täglich vorbeikommt und doch bis jetzt immer daran vorbeigelaufen seid? Ich freu mich über eure Geschichten! 🙂

Im Rausch der Bilder – Impressionen vom Kürbisfest

Veröffentlicht Oktober 6, 2014 von Zarah

You can’t always get what you want …

Eigentlich hatte ich letzten Samstag auf eine Demo gehen wollen. Aber es kam anders. Als ich eine Viertelstunde zu spät auf dem Platz ankam, war schon niemand mehr da, und obwohl ich die ganze Strecke ablief, konnte ich diese Demo einfach nicht mehr finden. Ich sah auch nirgends abgesperrte Straßen oder Polizeiaufgebot. Dafür sah ich aber jede Menge anderer interessanter Sachen, unter anderem auch einen Laden, der gebrauchte Kameras verkaufte, einen winzigen Gitarrenladen und direkt daneben einen Laden mit zwei riesigen Schwertern im Fenster. Eigentlich war das alles extrem spannend, aber ich hatte keine Zeit. Ich mußte ja die Demo finden.

… but if you try some time, you just might find …

Doch ich fand sie auf der ganzen Strecke nicht, obwohl ich mich unglaubich beeilte. Als ich schließlich  etwas abgekämpft wieder auf dem Platz ankam, war die Kundgebung gerade vorbei. und die paar Leutchen, die noch herumstanden, schienen eher abgeneigt, mit Leuten zu reden, die sie nicht kannten. Ich kam mir dort extrem deplaziert vor, und so beschloß ich, zu dem Kameraladen zurückzugehen und mir eine Kamera zu kaufen, damit ich endlich all die spannenden Sachen fotografieren kann, die ich ständig überall sehe.

… you get what you need 🙂

Ab da war der Tag gerettet. Ich lief die ganze Strecke noch einmal ab und fotografierte alles, was mir vorher aufgefallen war. Als ich wieder bei dem Schwerterladen vorbeikam, stand die Tür offen und der Inhaber war da. Wir unterhielten uns und er erzählte mir, wie er seine Sachen herstellt – nicht nur Waffen, sondern auch Schmuck und Dekogegenstände aus Metall in allen möglichen Formen und Größen. „Im Moment kann ich nichts machen, weil ich keinen Strom habe“, meinte er. Aber in vier Wochen würde es wahrscheinlich weitergehen und ich könnte dann gerne wieder vorbeikommen.

Auch die freundlichen Leute beim Friseurladen „Goldene Zeiten“ waren gerne bereit, die Tafel mit dem schönen Spruch von Einstein, das sie inzwischen schon in den Laden geräumt hatten, wieder herauszuholen, damit ich sie fotografieren konnte. Und später in der Bibliothek lud mich ein Typ zum Automatenkaffee ein, der auch so eine Kamera hatte und mir zeigte, daß man damit auch Videos machen kann. Das werde ich demnächst mal für meine Gesänge ausprobieren.

Seitdem ziehe ich begeistert mit der Kamera durch Berlin und entdecke erstaunliche, lustige, skurrile, wundersame und einfach nur schöne Dinge. Vielleicht werde ich in Zukunft auch mal nur einzelne Bilder posten, wenn ich nicht zum Schreiben komme – oder ein Bild finde, das mehr als tausend Worte sagt.

Hier sind ein paar Impressionen des Kürbisfestes von diesem Wochenende. Viel Spaß damit! 😀

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