Freude

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Gottes Wort zum Montag (und auch für alle anderen Tage)

Veröffentlicht September 14, 2015 von Zarah

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Der Schlüssel zur Glückseligkeit

Und so komme ich zu einem weiteren Schlüssel für dein Wohlbefinden: Tue einfach immer nur das, was dir gut tut, Spaß macht, leicht fällt, was dich interessiert, worauf du dich freust, was dir Kraft gibt!

Höre sofort damit auf, wenn es sich verändert und nicht mehr gut ist!

Das klingt wieder zu einfach? Ich verspreche dir, es ist der geradeste, schnellste und schönste Weg zur Erfüllung.

Oh, ich weiß, da hörst du schon wieder viele “Das darf man nicht”. Wir hatten das Thema schon.

Das sagen dir Menschen, die nicht wollen, daß du vor ihnen ans Ziel kommst, daß es dir besser geht als ihnen.

Ich sage ausdrücklich:

Du darfst!

Du darfst es dir gutgehen lassen!

Du darfst genießen, was sich dir bietet!

Du darfst Lust spüren und sie leben

in allen Bereichen des Lebens!

Du darfst Dinge abbrechen,

wenn sie dir nicht mehr gut tun!

Du darfst deine Meinung ändern!

Du darfst …!

Glückseligkeit ist nicht etwas, was erst am Ende eines unendich langen und mühsamen Weges auf dich wartet! Verdammt noch mal, hör endlich auf, dir ständig etwas derartig Dummes einreden zu lassen oder dir selber einzureden.

Sie ist da! Sie ist schon lange da! Du hast sie schon immer gehabt – lebe es doch endlich! Nimm es!

Nimm dir das Leben! Genieße es!

Du mußt nichts – gar nichts – aushalten,

du mußt durch nichts “durch”.

Dies ist ein sicherer Wegweiser, der dir immer wieder, jede Sekunde, hilft und dir genau sagt, wo es langgeht – ganz zweifelsfrei.

Wenn du bei dir Unzufriedenheit, Angst, Schuld, Kampf oder Unwohlsein, welcher Art auch immer, entdeckst, dann erinnere dich an diese frohe Botschaft:

Du mußt nichts aushalten!

Und dann halte Ausschau danach, wie du es ändern kannst, damit du dich – auch mit den anderen – wohl fühlen kannst.

Du hast ein Recht auf Freude, Gesundheit, Schönheit, Wohlbfinden, auf eine eigene Meinung, eigene Erfahrungen, eigene Fehler

– laß dir von niemandem etwas anderes einreden.

Die Glückseligkeit ist jetzt in diesem Moment dein.

Sie ist da, und das ist nicht theoretisch als ein Prinzip oder Symbol gemeint, sondern ganz direkt, greifbar, spürbar, lebbar.

Du hast dich so sehr ans Unglück gewöhnt, an das tägliche Vorhandensein von Enttäuschungen, Pflicht, Kampf und Krankheit, daß dir da als die einzige Realität erscheinen Mag. Das Glück liegt, wenn überhaupt, fern in der Zukunft.

Aber das ist nicht wahr. Es ist eine Illusion!

Weil du es so sehr gewohnt bist, wirst du, wenn du nicht acht gibst, immer wieder diesen alten Weg beschreiten.

Aber das macht nichts, denn du hältst ja den Schlüssel in deinen Händen, kennst den Wegweiser, der dir auch in der Dunkelheit hilft, wieder auf den “besten” Weg zu kommen. Unzählige Male wirst du abkommen – und wieder zurückfinden.

Laß dich nicht entmutigen.

Wenn du es zuläßt, helfe ich dir.

Weiter geht’s in diesem wunderbaren Buch von Petra von Minden:

… und Gott sagte: ‚Glaub mir, es ist alles ganz einfach …“

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Foto © Zarah Zyankali 2014
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Unbeschreiblich weiblich 2: Die Göttin in der U-Bahn

Veröffentlicht Februar 27, 2015 von Zarah

Die Göttin in der U-Bahn

Arbeitsameisen und Filmdiven

Vor einiiger Zeit machte ich die Bekanntschaft einer mir bis dahin unbekannten Spezies: spirituelle Feministinnen. Politische Feministinnen hatte ich schon während meines Studiums kennengelernt, aber diese Variante war mir neu. Sie verehrten die große Göttin (zumindest sagten sie das) und waren im großen und ganzen ein recht farbloser Haufen. Göttinnenenergie schien für sie zu bedeuten, ständig am Tun und Machen zu sein. Ich bekam stark den Eindruck von Arbeitsameisen. Es schien ihnen schwerzufallen, einfach nur zu sein.

Das fand ich merkwürdig, denn ich hatte mir die Göttin immer völlig anders vorgestellt. Für mich ist sie sowas wie eine Filmdiva. Sie schläft morgens lange aus, blinzelt so gegen zehn Uhr ganz vorsichtig in die Sonne, kuschelt dann erstmal ein wenig mit ihrem aktuellen Lover und läßt sich danach von ihm das Frühstück ans Bett bringen. Nach einem gemütlichen gemeinsamen Frühstück stylt sie sich lange und ausgiebig die Haare und legt Make-up auf, bevor sie aus dem Negligé steigt, um ein salonfähiges Outfit anzulegen. Schönheit und Liebe sind ihr Lebenselixier, Hektik und Getriebe jeder Art sind ihr ein Greuel. Die geschäftigen Arbeitsameisen würden sie wahrscheinlich die Wände hochtreiben.

Aber vielleicht war meine Göttin ja Aphrodite, die Liebesgöttin, während die Arbeitsameisen die Göttin Hestia verehrten, die Bewahrerin von Heim und Herd. Es wäre immerhin denkbar – auch wenn ich mich nicht des Eindrucks erwehren konnte, daß die guten Arbeitsameisen eigentlich einem patriarchalischen Leistungsideal auf den Leim gegangen waren. Mit der hausfräulichen, stets dienstbereiten Weiblichkeit, die sie als Ideal hochhielten, hatte ich jedenfalls noch nie viel anfangen können. Doch sie hatten mich verunsichert. Gab es am Ende doch nur eine Göttin – nämlich ihre? Die Vorstellung war deprimierend.

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Die Göttin in der U-Bahn

Dann sah ich die Verkörperung der Göttin – meiner Göttin – leibhaftig in der U-Bahn. Es war eine Offenbarung.

Es war nach elf Uhr nachts. Ich kam gerade von einer BVV-Sitzung in Mitte, wo unter anderem heiß darüber diskutiert worden war, ob Turnhallen eine menschenwürdige Unterbringung für Flüchtlinge seien. Die Mehrheit der Bezirksverordneten fand das nicht menschenwürdig. Als ich nach Ende der Veranstaltung in den U-Bahnhof Schillingstraße kam, schliefen dort zwei Obdachlose in Decken und Zeitungen gewickelt. Aha, Turnhallen waren also menschenunwürdig, aber daß Leute mitten im Winter in U-Bahnhöfen nächtigen mußten, weil sie kein Dach überm Kopf hatten, das war scheinbar ganz normal.

Als ich dann am Alex in die U2 umstieg, traf mich die Offenbarung. Direkt mir gegenüber saß eine bemerkenswerte Frau. Ihr Alter war schwer zu schätzen – sie war wohl irgendwo zwischen Mitte vierzig und Mitte fünfzig -, aber das spielte auch gar keine Rolle, denn sie war von einer zeitlosen Schönheit und hatte unglaublichen Stil. Sie trug eine knackig enge Lederhose, dazu schwarze Westernstiefel und einen kurzen Nerzmantel mit Stehkragen. Ihre Lippen waren knallrot geschminkt, sie hatte unglaublich lange Wimpern, und ihre riesengroßen strahlenden Augen waren mit gefühlt einem Pfund Kajal dekoriert. Ihr dunkles Haar war mit viel Gel straff zurückgekämmt und zu einem Pferdeschwanz gebunden. Aus ihrem schwarzen Handtäschchen zog sie das größte Handy, das ich je gesehen hatte. Scheinbar schrieb sie eine SMS an ihren Liebsten, denn sie lächelte so sinnig vor sich hin, während sie überlegte, was sie ihm erzählen wollte.

Wow, dachte ich, von dieser Selbstverständlichkeit könnte ich auch etwas gebrauchen. Was sollte ich mich mit der Vorstellung der Arbeitsameisen von Weiblichkeit und Göttinnenenergie abgeben, wenn doch hier die Göttin direkt vor mir saß? So wie sie sollte ich mehr werden, statt zu versuchen, dem gutbürgerlichen Ideal dieser Frauen zu entsprechen. Schon vor Jahren, als ich die Subpersönlichkeits-Übungen von Julia Cameron machte, war dabei eine Diva aufgetaucht, die dieser Göttin hier vor mir zum Verwechseln ähnlich sah. Aber ich hatte sie nicht wirklich in mein Leben eingelassen. Mir fehlte einfach das Selbstbewußtsein dafür.

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Unbeschreiblich weiblich

Ich versuchte mich in diese Energie hineinzuversetzen. Wie wäre ich, wenn ich wüßte, daß ich schön bin, wenn ich wüßte, daß ich geliebt bin, wenn es mir völlig egal wäre, ob andere Leute denken, daß dieser Kleidungsstil für mein „Alter“ nicht passend ist und daß ich besser mal „vernünftig“ und „erwachsen“ werden sollte, ein „nützliches“ Mitglied der Gesellschaft? Wenn ich einfach die Göttinnenpower in die Welt hinaus strahlen würde, ohne mir Gedanken darüber zu machen, was irgendwelche Feministinnen von mir halten? Wenn ich mir den Nerz und das Megahandy und den Konsum und das Make-Up einfach erlauben würde, auch wenn die Jute-statt-Plastik-Fraktion dann laut aufjault?

Während ich noch dabei war, mir das vorzustellen, stiegen zwei in Kicheranfällen explodierende jüngere Frauen ein. Offenbar hatten sie gerade etwas total Lustiges erlebt. Die eine konnte kaum das Lachen bezwingen, und die andere ließ sich davon auch immer wieder anstecken. Die SMS textende Göttin sah vom Handy hoch, lächelte, ihr strahlender Blick traf meinen – ich war natürlich auch am Grinsen – und für eine Sekunde gab es so etwas wie ein Einverständnis zwischen uns. Dann schrieb sie wieder weiter. An der nächsten Station stieg ich aus.

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Smile at the world

Das ist jetzt fünf Wochen her. Seitdem ist ein wunderhübsches achtjährges Mädchen mit langen roten Haaren in meinen Träumen aufgetaucht. Sie hat ein ungetrübtes Selbstbewußtsein und die bezauberndsten Grübchen. Im Traum sollte sie eine Filmrolle spielen. Ihre erwachsene Version wäre vermutlich selbst eine Göttin, oder zumindest ein Supermodel. Wenn ich mich mit ihrer Energie verbinde, fangen starke Ströme an zu fließen. In meinem äußeren Leben hat die Begegnung mit der Göttin bis jetzt noch keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Aber ich weiß, daß diese Dinge ihre Inkubationszeit brauchen, und es arbeitet in mir.

Man darf gespannt sein, wie es weitergeht … stay tuned! 🙂

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Die Wünsche des inneren Kindes – YKWs Bauchweh-Coaching

Veröffentlicht März 28, 2013 von Zarah

Hier ist jetzt sozusagen die „Fortsetzung“ vom letzten Channel … wobei das eigentlich nicht direkt als Fortsetzung gedacht war, aber „irgendwie“ hab ich es beim Aufräumen beides letzte Woche wiedergefunden und es griff sozusagen nahtlos ineinander.

Eigentlich hatte ich ja vorgehabt, alles so schön umzuetzen, wie er es mir in Can’t Buy Me Love angeraten hatte, und ich hatte auch schon damit angefangen. Doch Ende 2011 flog die Scheiße so richtig in den Ventilator, wie man so schön sagt, und durch die extrem herausfordernde Situation gerieten die weisen Ratschläge meines Lieblingcoachs etwas in Vergessenheit. Andererseits bekam ich dadurch Gelegenheit, das spirituelle Wissen, das ich „theoretisch“ habe, auch in Streßsituationen zu erproben. Ich glaube, ich hab miich ganz wacker geschlagen. 😉

Aber Anfang 2012 fühlte ich mich erstmal ziemlich überfordert mit der ganzen Situation. Angesichts dessen fragte ich mich natürlich, wie ich überhaupt mit KlientInnen arbeiten soll, wenn ich doch noch nicht mal selber weiß, wie es für mich weitergeht. (Im November hatte ich ja beim JobCenter das Einstiegsgeld zur Unterstützung der Selbständigkeit beantragt.) Also beschloß ich, mich selbst zu coachen. YKW nahm dann die Rolle des Coachs ein, und ich tat so, als wäre ich eine Klientin und säße mit meinem „Problem“ bei ihm in der Praxis. So entstanden unsere „Coaching-Sitzungen“, bei denen wir uns siezen und er mich durch den Prozeß geleitet. Das ist wirklich ein total anderes Gefühl, als wenn wir uns „normal“ unterhalten.

Das folgende ist das komplette, ungekürzte Transkript einer knapp einstündigen Sitzung. Dadurch ist es natürlich ein bißchen länger und umständlicher zu lesen, als wenn ich z.B. einige meiner längeren „Gedanken-gänge“ weggelassen hätte, aber daran könnt ihr auch mal sehen, wie so eine Sitzung abläuft. Das Ganze dient natürlich völlig schnöden Reklamezwecken – wenn ihr das nämlich gut findet, könnt ihr gerne bei YKW und mir Sitzungen buchen! 😉 (Kontaktdaten gibts rechts auf der Seite.)

Viel Spaß beim Lesen! 😀

Zarah

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Die Wünsche des inneren Kindes

YKWs Bauchweh-Coaching

9. 7.2012

Alles ist möglich, nichts ist sicher

[zählt die Ereignisse der vergangenen Zeit auf] Und jetzt sagt mir das I Ging irgendwas von: „Das Erschüttern kommt und  macht fassungslos. Wenn man infolge des Erschütterns handelt, so bleibt man frei von Unglück.“ Und ich weiß nicht, hat es damit was zu tun? Also ich hab jetzt alles abgefragt, und auf alles, was mir einfiel, was das Erschüttern sein könnte, kam immer „Nein“. Also ob es jetzt die Wohnung war, die Gesundheit oder C. [mein Mitbewohner], oder halt eben dieses Ding da. Jetzt weiß ich natürlich nicht, ob meine Antennen so hundertprozentig sind diesbezüglich, daß ich Ja/Nein-Antworten gut und zuverlässig kriegen kann. Deswegen wollte ich Sie doch mal, meinen freundlichen Coach, befragen. Ich glaube, es wäre doch ganz gut, wenn wir mal wieder eine Bestandsaufnahme machen würden.

 Ja, das denke ich auch.

 Ach, das denken Sie auch? Das freut mich aber!

 (lacht)

 Ja, haben Sie denn irgendwelche suggestions .. ja, Ideen, Vorschläge, Anregungen – was auch immer? Oder vielleicht auch irgendwelche Informationen, die …

Ich hab da gestern bei der Lisa Gawlas auch gelesen … sie hatte immer ätherisch einen Indianer rumhängen, der zu ihrer Tür reinspähte. Aber sie hatte die Tür noch nicht aufgemacht. Und dann hat sie das schließlich beschlossen zu tun, und dann kam er und eine Frau und noch ein ganzer Schwarm Leute so hinterher, die sich dann alle spiralförmig in ihrem Wohnzimmer niedergelassen haben. Und der Typ und seine Braut haben da irgendwie das Hochzeitsritual gefeiert, die heilige Vereinigung oder wie auch immer, während die anderen da alle noch mit dabei waren.

Und jetzt weiß ich ja nicht, ob das bei mir nicht auch schon irgendwie stattfindet, da ich Ihnen ja gestern gestanden habe, was ich für Sie empfinde,  nicht wahr. Und ich weiß eigentlich überhaupt  nicht, was gerade abgeht. Vielleicht können Sie mir da weiterhelfen mit ein paar Informationen. Ich habe auch ein  höllisches Bauchweh seit 2 Tagen, immer wenn ich was esse. Also entweder esse ich komische Sachen, oder irgendwas ist mit meinem Körper.

 Jetzt regen Sie sich doch mal ab. Das wär das erste, was ich Ihnen raten würde. Ja? (lacht) Sie suchen ja geradezu nach Gründen, sich Sorgen zu machen. Das brauchen Sie doch gar nicht.

 Naja, wenn aber das I Ging doch sowas sagt …?

 Das I Ging sagt: „Wenn  man infolge des Erschütterns handelt, so bleibt  man frei von Unglück.“ Das heißt, Sie können gar nicht handeln in bezug auf etwas, was noch gar nicht eingetreten ist und vielleicht auch gar nicht eintritt. Weil die Sache ist ja die: Sie  müssen das ja nicht erschaffen, nur weil es da jetzt so drin war.

 Na, meistens ist ja das drin, was eigentlich schon erschaffen wurde sozusagen. So verstehe ich das zumindest. Das ist bereits im Feld, sonst könnte das I Ging das gar nicht aufgreifen.

 Ja, das mag ja jetzt im Feld sein, aber das heißt ja nicht … Das I Ging zeigt Tedenzen. Wenn die Dinge weiter so gehen, wie sie gerade jetzt gehen, dann ist dieses Ergebnis wahrscheinlich. Aber es ist im Moment eine Zeit, in der Dinge geschehen können, wie Sie wissen, die  mit der herkömmlichen Logik nicht mehr viel zu tun haben. Ja? Wenn z.B. Sie eine Gewehrkugel auf sich zukommen sehen, dann wäre nach der normalen Logik die Wahrscheinlichkeit hoch, daß die Sie treffen wird, wenn Sie nicht sofort zur Seite springen. Ja? Daß die Gewehrkugel sich in eine Blume verwandelt, wäre dagegen eher ausgeschlossen.

 Ja. Das ist wohl wahr.

 (lacht) So. Wir befinden uns jetzt in einer Zeit, wo solche Dinge nicht mehr ausgeschlossen sind. Das wissen bloß die meisten Leute noch nicht.

 Mhm!  Das klingt ja vielversprechend.

 (lacht) Das hab ich mir schon gedacht, daß Sie das denken würden, hm? Deswegen sage ich Ihnen das ja. Gehen Sie einfach von anderen Gegebenheiten aus als bisher. Das wäre ganz wichtig. Sie denken jetzt: „O Gott – das war jetzt im I Ging. Ich muß mich auf was gefaßt machen.“ Erstens wissen Sie ja, daß Sie immer Hilfe haben, egal, was da wohl kommen mag oder auch nicht. Zweitens wissen Sie aber auch, daß Sie jeglichen Ausgang in Sekundenschnelle verändern können in dem Moment, wo Sie sich verändern.

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Gedanken machen muß nicht sein!

 Naja – wissen Sie, was ich schon dachte?

 Was dachten Sie denn?

 Ich hab ja da durchaus noch einige Körpersymptome und so. Und ich hab jetzt Aktivierungen gehört dafür – also für die Regeneration des Körpers [bei Judy Satori, http://www.thesoundoflight.com]. Und sie sagt, daß manchmal, wenn die Sachen dann rausgehen, halt auch Dinge kommen  können, die sich vielleicht auch erstmal nicht so schön anfühlen, was aber eigentlich ein Reinigungsprozeß ist. Und da dachte ich schon, daß das damit vielleicht auch zusammenhängen könnte dann. Und ich ja auch dieses eine gehört habe, das schneller das Karma bereinigen soll oder so. Daß da halt verborgene Dinge noch mal rauskommen oder so, könnte ich mir vorstellen.  (Pause)

 Was meinen Sie denn dazu? Oder was meinen Sie überhaupt, was jetzt wichtig wäre?

 Ja, genau, gehen Sie mal in Ihre Energie. Das ist wichtig. Das wird immer, immer wichtiger! Jeden Tag in die Energie gehen, so lange bis man eigentlich auch gar nicht mehr rausgeht. Und jetzt ist es so: Sie haben da noch eine gewisse Suchttendenz, nämlich in den Kopf zu gehen und sich ganz viel Gedanken zu machen. Und das würde ich an Ihrer Stelle ganz abstellen. „Oh, jetzt habe ich dieses I Ging geworfen! Was kann es bedeuten?“ und so,  nicht. Und dann macht man sich ganz viel Gedanken.

 Das muß nicht sein! Gehen Sie statt dessen einfach in Ihre Energie. Fühlen Sie, was da ist. Wenn da ein Unbehagen st, dann gehen Sie hin und fühlen da rein, was da ist. Wie sich das genau anfühlt. Und wenn da nur Bauchweh ist und es sich halt anfühlt wie Bauchweh –  naja, dann gehen Sie halt dahin und fühlen mal in Ihren Bauch, was sich da so tut.

Verstehen Sie? Das ist … Sie sagen vielleicht, das ist ein physisches Symptom. Aber es gibt kein physisches Symptom, das abgekoppelt ist von allen anderen Zuständen oder Situationen oder Gefühlen, die Sie haben. Ja? Und wenn Sie also in ein physisches Symptom reingehen und fühlen da, was da ist – und wenn es auch ist, daß Sie was Komisches gegessen haben. Das kann aber auch damit zu tun haben, daß Sie irgendwo anders ein Ungleichgewicht gespürt haben und dann sozusagen das ausgedrückt haben, indem Sie dieses Essen gewählt haben, was dann sozusagen dieses Unbehagen auf die physische Ebene bringt, weil Sie das nicht anders festmachen können vielleicht, ja?

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Auf den Bauch  hören

Aha. Okay, dann fühl ich mal in meinen Bauch jetzt. (spürt nach) Also ich merke, wenn ich mit meiner Aufmerksamkeit da hingehe, daß der Energiefluß nach oben sich verstärkt. Gerade so in der Stirn viel Aktivität. Und irgendwie ist da auch viel wie so Rülpser, wie so aufgestaute Luft.

(ermutigend) Ja, spüren Sie das mal, was das da ist.

Mhm. (seufzt) Irgendein Teil von mir sagt {in abschätzigem Tonfall]: „Was soll das denn schon bringen? Das sind einfach Verdauungsstörungen.“

(lacht) Wenn dieser Teil von Ihnen genau weiß, worum es da geht, dann soll er Ihnen das erzählen. Wenn er es nicht weiß, dann soll er erlauben, daß Sie da sich das angucken.

Jetzt sagt er nix mehr.

(lacht)

Ich glaub, ich leg mich mal hin mit dem Bauch, mit den Händen drauf. Vielleicht hilft das was. (legt sich hin) Oh ja! Ja, unglaublich viel Blähungen spür ich da unter meinen Händen .Und das hatte ich gestern auch schon. Mhm. Oh! Oh Mann. (stöhnt)

Ja, atmen Sie da hin, ja genau. Und fühlen Sie, was da sich bewegt und wie sich das anfühlt. Genau.

(stöhnt, zuckt zusammen)

Was ist denn?

Da ist so ein Druck, und der versucht sich immer so durchzuquetschen, glaube ich. Jetzt gluckert was. (stöhnt)

Bleiben Sie ruhig … also auch wenn Ihre Hauptaufmerksamkeit auf Ihrem Bauch ist, spüren Sie auch den Rest Ihres Körpers.

(viel Seufzen und Stöhnen) Oh hier, links unten … oh! (stöhnt) Oh Mann. Ich merke, daß ich wieder weggehe.

 Ah.

Hatte gerade gedacht, noch ein bißchen rauszugehen, und dann dachte ich dran, welche Schuhe ich dann trage, weil ich gestern so viel Fußschmerzen hatte.

Ja, bleiben Sie mal ganz hier. Gehen Sie mal nicht weg. (flüstert) Genau.

(spürt weiter in den Bauch) Mmmm. Mmmm. Oh. Oh, das tut so weh!

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Für sich selber dasein

 Bleiben Sie dabei. Einfach mal dasein. Stellen Sie sich vor, das ist, wie wenn Sie ein kleines Kind haben, und das hat ganz viel Aua. Und Sie sind einfach da und nehmen es ein bißchen in den Arm und streicheln das. Sie können vielleicht nichts gegen das Aua im Moment machen. Aber Sie können einfach mal da sein und nicht irgendwie sagen: „Oh, ich hab so viele wichtige Dinge zu tun, ich kann mir jetzt die Zeit nicht nehmen.“ Einfach daß Sie da sind, das verändert schon was.

 Ja, wirklich?

 Ja sicher. Stellen Sie sich vor, Sie wären ein kleines Kind, und Sie hätten ein ganz dolles Bauchweh. Wären Sie da nicht froh, wenn da jemand da ist und sich ein bißchen um Sie kümmert und einfach da ist und das mal streichelt oder Sie mal in den Arm nimmt? Wären Sie gerne alleine damit?

 Ach wissen Sie, ich war immer allein. Die haben sich zwar gekümmert, wenn ich krank war, aber ich hab nie das Gefühl gehabt, daß wirklich jemand da war für mich jetzt. Es ging immer nur um die Krankheit. Die war viel wichtiger.

 Tatsächlich?

 Ja. Die Leute haben bestimmt das Beste gemacht, was sie konnten. Das glaube ich schon. Daß, wenn man da irgendwie Schüttelfrost hat, daß sie einem Wadenwickel machen und so. Aber ich war halt wie weggetreten. Ich hab auch, glaube ich, nicht das Gefühl, daß mich jemand gefragt hat, wie es mir geht, oder …

 Ja, dann können Sie das doch jetzt für sich mal tun. Wie geht es Ihnen denn? Fragen Sie sich doch mal.

 Naja, es tut scheiß-weh! Und ich fühle mich nicht gut damit. Aber ich hab auch das Gefühl, daß sich jetzt mehr bewegt in meinem Bauch. Also daß es nicht mehr so stockt irgendwie.

 Ah! Was Sie eben gesagt haben da – daß niemand da war, der sich um Sie gekümmert hat, nur um die Krankheit – seien Sie doch dann einfach  mal bei sich damit.

 Oh, jetzt kommt es raus, die Blähungen! Oh, Gott sei Dank! Oh – und ein Haufen Blut hier. Oh! Oh, das ist schon viel besser jetzt! Oh, aber immer noch …

 … immer noch viel da drin, ja?

 Ja.

Aber sehen Sie, wenn Sie sich selbst ein bißchen Gesellschaft leisten und einfach bei sich bleiben und nicht weggehen und sich dafür interessieren, wie es Ihnen geht, dann passiert mit den körperlichen Sachen auch was.

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Das Kind, das ich war

 Ich würd gerne da noch mal hingehen.

 Wohin?

 Was Sie gesagt haben: Da war nie jemand, der sich für Sie interessiert hat, wie es Ihnen geht. Die Leute haben zwar versucht, die Krankheit zu beseitigen irgendwie, oder vielleicht auch die Schmerzen zu lindern. Aber niemand hat mit Ihnen gesprochen. Niemand hat Sie gefragt, ob es Ihnen weh tut, ob Sie sich einsam fühlen, oder ob Sie einen Teddybär brauchen, oder …

 … nee, nicht wirklich.

 Ja. Oder ob Sie vielleicht wollen, daß jemand Ihnen was vorsingt oder vorliest oder so.

 Naja, nicht wirklich. Ich glaub, wo ich ganz klein war, hab ich noch vorgelesen gekriegt, aber später nicht mehr. Wo wir dann den Plattenspieler hatten, haben wir nur noch diese Platten angehört [Schallplatten mit Märchen].

 (lacht) Ja. Ich glaub, das ist auch aus der Mode gekommen mit der ganzen neuen Technik. Jetzt gibt es Hörbücher.

 Ja. Das finde ich eigentlich auch irgendwie doof. Also ist natürlich schön, auch wenn man nicht lesen kann, für Leute, die ganz allein sind. Aber vorgelesen kriegen ist einfach besser, oder erzählt kriegen.

 Ja, ich seh schon, Sie nehmen da großen Anteil dran.

 Ja. Ja, aber Sie haben recht: Was ich wollte, hat mich eigentlich nie jemand wirklich gefragt. Es ging immer mehr drum, was man jetzt tun muß, damit … damit ich halt gesund werde, ja. Also das war schon wichtig, daß ich gesund werde. Aber wie es mir geht, oder ob ich was brauche, das war nicht so wichtig. Wobei man sich dann fragt, warum es dann so wichtig ist, ob ich gesund bin, wenn es doch scheißegal ist, wie es mir geht.

 (lacht) Vielleicht war das die Vorstellung dieser Leute von Gutgehen, hm? Es könnte ja sein.

 Ja, vielleicht. Ja. Aber was wollten Sie jetzt wegen dem ….?

 Ja, naja – ich wollte mit Ihnen einfach noch mal so hingehen zu dem Kind, das Sie waren, und das einfach mal fühlen.

 

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Die Wünsche des inneren Kindes

 Wissen Sie – ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt eine Vorstellung hatte, daß es das gibt: Leute, die einen fragen, was man möchte. Ich hab das einfach so genommen, wie’s halt kam. Ich hab nicht wirklich gedacht: „Oh, ich wünsche es mir, und es ist nicht da“, sondern es war halt einfach, wie es war.

 Ja, ich versteh schon, was Sie meinen. Aber es gab sicherlich einen Teil in Ihnen auch, der das gefühlt hat, den Sie vielleicht ausgeblendet haben. Denn ich könnte mir vorstellen, wenn man das wirklich fühlt: Man hätte es gerne, und man weiß aber genau, es gibt keine Chance, daß man das kriegen kann, hier in dem Environment da – daß das einfach viel zu schmerzhaft gewesen wäre, wissen Sie. Und dann gehen Sie lieber in so einen Trancezustand, wo Sie das nicht richtig wahrnehmen, und begnügen sich halt mit dem, was es halt dann gibt. Das ist wie: „Kuchen gibt’s hier sowieso nicht, also werde ich vergessen, daß ich gerne welchen hätte, weil ich kriege ja sowieso nur Blumenkohl.“ Ja? Nichts gegen Blumenkohl, aber Sie wissen schon, was ich meine.

 Ja. Glaub schon. (lacht) Ich vergesse lieber, daß ich mir einen Kuchen gewünscht habe, weil sonst werde ich nur frustriert, weil ich ja doch keinen bekommen werde.

 Ja, und genau so mit diesem, wo Sie krank waren, oder auch überhaupt sonst – daß Sie keiner gefragt hat, was Sie wollen, und Sie es auch nicht artikulieren konnten. Es gibt einen Teil von Ihnen, der das sicherlich gemerkt hat. Gucken Sie doch mal, ob Sie zu dem Kontakt bekommen können.

 Hallo, Kind. (Lachen) Nicht du. Nicht das Kind, das ich haben werde, sondern das Kind, das ich war. Was wünschst du dir denn? (sehnsuchtsvoll) Oh, weißt du, was es sich wünscht?

 (leise) Was denn?

 Daß es könnte frei spielen in großen Wäldern und in der Natur draußen. Statt dessen muß es in der Wohnung  hocken, wo man nicht auf die Straße darf, weil es zu gefährlich ist.

 Ah, also die Gefahren lauern überall, ja?

 Ja. Und es gibt auch irgendwie nicht genug Natur.

 Und was ist das für ein Gefühl, wenn man sich das wünscht und es nicht kriegen kann?

 Ein bißchen traurig, aber resigniert irgendwie auch. Ja, es wäre halt schön, aber das kann ich abhaken – so fühlt sich das an.

 Ja, fühlen Sie erstmal das. Ganz langsam. So ein bißchen bittersüß, nicht?

 Ja.

 Das Kind, das Sie da waren in dem Alter, das hatte sich schon damit abgefunden, daß das nichts wird, hm?

 Ja, ich glaub schon.

 Ja, spüren Sie mal die Trauer darin. Hm.

 (seufzt) Wehmut ist das mehr, glaube ich.

 Wehmut.

 Ja. So: „Ach, diese schönen Wälder, und ich kann nicht hin.“ So, Wehmut.

 Ja, fühlen Sie das noch ein bißchen mehr. Und gucken Sie mal, wo das in Ihrem Körper ist, das Gefühl.

 Ach, wissen Sie, das Fühlen, das hilft schon ein bißchen.

 Ah ja?

 Das war eine gute Idee von Ihnen.

 (lacht) Ja, spüren Sie einfach, wenn Ihnen das hilft.

 (seufzt) Ich krieg mehr Schmerz in meinem rechten Arm wieder.

 

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Gefühle und Körperempfindungen hängen zusammen

 

Ja, gucken Sie mal, was da ist, vielleicht hat das damit was zu tun.

 Meinen Sie?

Wenn Sie sich auf ein Gefühl konzentrieren, und daraufhin kommt ein Schmerz irgendwo im Körper, dann hat das meistens mit dem Gefühl direkt zu tun.

Aha, okay. Ich dachte, Schmerzen in den Armen kommen vom Tippen.

Das mag vielleicht die äußere Genese sein, ja. Aber stellen Sie sich mal vor – das ist jetzt nur ein bißchen Futter für Ihren Verstand, daß der das vielleicht ein bißchen besser nachvollziehen kann -, stellen Sie sich mal vor, Sie haben quasi Ihre ganze Kindheit und Jugend so verbracht, daß Sie Ihre natürlichen Impulse zurückhalten mußten, weil Sie das, was Sie wollten, sowieso nicht kriegen konnten, und sich auch keiner dafür interessiert hat, was Sie wirklich wollen. Da müssen Sie sich ja sehr … also Sie müssen quasi jeden natürlichen Impuls unterdrücken. Das ist sehr, sehr anstrengend für den Körper. Und da können sich dann chronische Spannungen bilden, die dann nach und nach tatsächlich auch zu solchen Schmerzen führen.

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Die Sehnsucht des Herzens

 Jetzt habe ich hier Herzschmerzen.

 Oh. Gehen Sie noch mal zu dem Gefühl und spüren Sie gleichzeitig die Herzschmerzen, ja.

 Oh. Oh. Ach die schönen Wälder! Wie gern wäre ich jetzt dort! Aber ich kann ja nicht. Ich kann nicht! Sie lassen mich nicht hin. Ich würd so gerne rausgehen, aber die müssen ja Mittagsschlaf machen. Warum muß ich rumsitzen, nur weil die Mittagsschlaf machen? Ist doch nicht mein Mittagsschlaf! Ich will mich bewegen! Ich will nicht schlafen! Ich bin überhaupt nicht müde! Oh! Oh! Der Herzschmerz wird mehr.

 Ja, dann gehen Sie jetzt mal dahin. Genau. Gehen Sie mal direkt zu Ihrem Herzen.

 (seufzen) Jetzt kommt auch noch so eine Besorgnis, ob vielleicht mit dem physischen Herzen auch irgendwas los ist. Hier … aber es scheint auch mit dem Rippenbogen … ich weiß gar nicht, wo der ist genau, der Schmerz. Aber jedenfalls hier, in dem Bereich hier, ja. Oh. Herz klopft sehr. Aber da brennt auch was.

 Da brennt was, ja? Spüren Sie mal das Brennen, ja. Sie können vielleicht auch Bilder sehen von Feuer, oder … vielleicht brennt da was, was Sie nie erlaubt haben.

 Ach, Sie meinen, wie so eine Leidenschaft oder was?

 Ja, oder ein Traum oder ein Wunsch oder ein Gefühl.

 (seufzt)

 Übrigens könnten Sie ja ganz gut mal jetzt in den Wald gehen.

 Ich gehe ja in den Botanischen Garten schon, das ist gut.

 Ja, das ist doch schon schön. Aber Sie können ja mal in einen richtigen Wald gehen. Vielleicht auch mal so nachts oder so. Jetzt kann Ihnen das ja keiner mehr verbieten.

 Ja, da haben Sie recht. – Ich muß mal das Hemd hier ausziehen. Es wird jetzt doch ein bißchen warm.

Können Sie sich erinnern – diese Finger, die Ihnen immer weh tun, daß das der Herzbeutelmeridian ist?

 Ja, stimmt. Vielleicht habe ich wirklich was Physisches mit dem Herzen.

Wenn man mit dem Herzen was hat, ist es nie nur physisch, und auch sonst mit dem Körper. Das ist leider etwas, was heutzutage noch sehr wenig erkannt ist. Dann sagen die Leute halt, wenn sie nichts Physisches finden: „Oh, das ist psychosomatisch.“ Aber es ist alles psychosomatisch! Auch das, was man eine physische Krankheit nennt. Wenn man die Liebe seines Herzens und den Wunsch seines Herzens nicht leben kann, weil man denkt, das ist nicht okay – oder weil man in einer Situation lebt, wo es scheinbar nicht geht -, dann führt es dazu, daß sich das Herz verkrampft. Und das kann dann physische Probleme hervorrufen. Weil das Herz kann sich ja nicht so ausdehnen, wie es gerne würde. Es muß sich ja immer anspannen.

Ich hatte aber nie vorher Herzschmerzen eigentlich. Erst jetzt, wo ich mit Ihnen diese Übung gemacht habe.

Spüren Sie noch mal tiefer rein. Fragen Sie auch mal Ihr Herz, was für ein Schmerz das ist.

 Hallo Herz, was tust du so weh? Ist es wirklich wegen den Wäldern? Oder ist es wegen früher, wegen meiner Kindheit, oder worum geht’s? Es sagt, es will spielen und fröhlich sein und tanzen und einfach ganz ohne Sorgen sein, einfach … hüpfen! (lacht) Ja. Und dann kommen aber immer solche Sachen wie mit C. und mit der GEZ, und dann muß man sich um dies und das kümmern, und … ach! Und das ist so bedrückend. Und es wünscht sich Freunde, mit denen man einfach ein bißchen fröhlich sein kann. Und da ist niemand. Und das ist traurig. Ach, Mann! Ja, ich kann das so gut verstehen! Vielleicht sollte ich mal wieder zum Rollenspielen gehen. Aber „Freunde“ sind das ja irgendwie auch nicht.

 Und es gibt sich wirklich Mühe und rackert sich ab, all das zu tragen, was ich ihm aufpacke. Hab ich so viel aufgepackt? Aber es wird so schwer, und es ist so wenig Freude. Wenig wirkliche Freude. Man freut sich mal über was, was man irgendwo gelesen  hat, aber einfach Freude, einfach … diese Zeit ist auch so komisch. Früher, auch wenn das Leben schwer war, in anderen Zeiten – es erinnert sich –. da war immer noch genug Platz und Zeit, um zu feiern.

Aber heute macht sich jeder nur noch Sorgen – um das Einkommen und um die Pflichten und um die Arbeit und die Arbeitslosigkeit und die EU und weiß der Henker. Und die ganze Stimmung ist irgendwie so. Jetzt nicht nur in meinem Leben, sondern generell so. Dieses Feiern einfach in der Gemeinschaft, was es früher gab – das ist irgendwie in Vergessenheit geraten. Zumindest in den Städten auf jeden Fall. Auf dem Dorf machen es die Leute vielleicht auch noch teilweise. Aber auch nicht mehr so, wie es mal war.

 Und dieses, was ich gelesen habe, da mit dem Braut und Bräutigam, die da ihre heilige Hochzeit gefeiert haben, umgeben von der Gemeinschaft – das ist halt einfach bei uns nicht so in dieser Kultur. Das ist alles entweder total steif, oder man besäuft sich halt irgendwie, aber das ist nicht wirklich Freude und Feiern und gemeinsam was machen. Ach Gott, so viel! Wie soll ich denn die Kultur verändern?

 Das Herz: Die Kultur verändert sich schon, aber du kannst für dich was tun. Einfach ein bißchen mehr einfache, schöne, fröhliche Dinge tun. Und vielleicht auch mit anderen Leuten zusammen.

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Sehnsucht nach echter Gemeinschaft

Ja, mein Problem ist ja nur, wenn ich versuche, mit anderen Leuten was zusammen zu machen, bin meistens ich derjenige, der dann rausfliegt. Naja, „meistens“ nicht, aber öfters. Und es hatte auch nie dieses Ding von Gemeinschaft, es waren immer mehr so Kurse. Bei Max war schön, der Kurs, aber du willst ja was, was mehr auch im täglichen Leben stattfindet und nicht nur, wenn Max mal in Berlin ist, oder mal einmal die Woche zu einer Gruppe oder so. Darum geht’s ja nicht.

 Wenn ich lese, wie Ann Faraday das beschreibt, die Traumgruppe, die sie geleitet hat [in den 80er Jahren], wo die Leute wirklich mit Feuereifer bei der Sache waren, mit Begeisterung, und sich auch gegenseitig unterstützt haben und so … aaah! Jetzt kriege ich wieder Bauchweh … so ist das, wenn ich in eine Gruppe gehe, meistens eher nicht. Man geht halt hin und macht das, weshalb man da teilnimmt, aber das ist nicht wie ein Gemeinschaftsgefühl. Das habe ich in diesem Leben nie gekannt, und ich weiß auch nicht, wie man es herstellt, und ich weiß auch nicht, wo ich Leute finde, mit denen man … okay, ich könnte jetzt zu Manitonquat fahren. Aber es ist halt auch nur eine Woche, dann geht man wieder in sein Leben zurück, und das war’s dann wieder.

Das ist es ja, nicht. Dann geht man wieder … fährt nach Zürich und hat ein Gemeinschaftserlebnis und dann geht man wieder zurück. Und es läßt sich irgendwie nicht auf Dauer aufrechterhalten oder … ich weiß auch nicht. Das war jetzt mein Sermon dazu.

 Machen Sie sich keine Sorgen. Es ist ja Ihr Leben. Darum geht’s ja. Sie haben jetzt gesagt, wie Sie das empfinden. Daß es meistens mit irgendwelchen Gruppen doch nicht zu einem Gemeinschaftsgefühl geführt hat und Sie auch nicht wissen, wie Sie das hersellen sollten.

 Ja, da fühle ich mich wirklich ziemlich hilflos.

 Ja, Sie können ja erstmal bei dem Gefühl einfach bleiben. Sie denken immer, Sie müssen sofort eine Lösung finden. Das stimmt nicht. (lacht) Bleiben Sie mal bei dem: Ich habe einen Wunsch nach Gemeinschaft, nach fröhlichem Zusammensein mit anderen Leuten, wo man einfach man selber sein kann und einfach ein bißchen Spaß haben zusammen am Leben, auch ohne daß es ein Kurs oder irgendwie was Besonderes sein muß oder man dafür bezahlen muß, daß man überhaupt reinkommt in diese Gemeinschaft, ja?

 Ja, oder irgendwie sein muß, so wie im ZEGG oder so. Die sagen da, sie leben Gemeinschaft vor, aber ich hab das Gefühl, wenn man nicht so und so ist, dann ist man dort auch nicht willkommen. Daß es da schon so eine Agenda gibt. – Ja, ich meine jetzt mit „Agenda“ auch .. ich meine, klar, eine Gruppe hat immer auch diesen Gruppengeist, von dem Sie ja immer sprechen. (lacht)

 Aber mit „Agenda“ meine ich jetzt sowas wie: „Du MUSST so und so sein, du MUSST deine Gefühle offenlegen, du MUSST alle Aktivitäten mitmachen“, und nicht: „Wir treffen uns, weil wir das wirklich gemeinsam wollen“, oder: „Alle Leute, die an dem und dem Projekt teilnehmen wollen, treffen sich dann und dann“, sondern da ist immer dieser Zwang dahinter. Du MUSST an den und den Gruppen teilnehmen, und dann mußt du da übe dein Sexleben Rechenschaft erstatten, über dein Gefühlsleben und über alles andere auch. Und wenn wir einen Tanzmarathon machen, dann MUSST du vier Tage durchtanzen, du DARFST dich nicht zwischendurch hinsetzen und blablabla. Also das ist das, was ich vom ZEGG immer so  höre, daß da sehr viel MUSS ist. Kann natürlich mal S. fragen, ob es wirklich stimmt, weil sie schien sich ja da wohlzufühlen.

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Mehr Freude ins Leben bringen

 Gehen Sie noch mal zu dem Gefühl. Das muß ja nicht das ZEGG sein, ja? Das ist nicht so wichtig. Und natürlich ist auch nicht alles Gemeinschaft, wo Gemeinschaft draufsteht. Das ist auch noch eine andere Sache. Und Gemeinschaften haben auch recht unterschiedliche Energiesignaturen. Bei manchen Gemeinschaften steht die spirituelle Suche im Vordergrund, wie z.B. bei einem Ashram oder einer spirituellen Gemeinschaft. Und bei anderen stehen mehr soziale Projekte im Vordergrund. Also das kann ja ganz unterschiedlich sein. Es geht ja nur darum, daß SIE erstmal so ein Gefühl in sich finden können überhaupt – überhaupt Gemeinschaft zu empfinden irgendwo. Denn das ist ja wohl meistens eher nicht der Fall.

 Es geht so, ja.

 Das ist das eine. Und das andere ist, daß Sie aus diesem Gefühl heraus, wenn Sie das erstmal in sich drin finden können, dann auch nach außen gehen können, um dort die Leute zu finden, mit denen Sie Gemeinschaft leben können, wo das auch paßt. Ihre Praxisgemeinschaft ist ja vielleicht schon ein ganz netter Anfang. Wenn Sie sich da mal vielleicht ein bißchen mehr vernetzen würden oder so, ja?

 Na, ein bißchen vernetze ich mich ja schon mit dem Shiatsu. [Einmal die Woche gehe ich zu einem Praxiskollegen von mir zum Shiatsu.]

 Ja. Ich meine ja nur – das ist halt ein Anfang, daß Sie sich als einen Teil von einer Gemeinschaft da empfinden können. Aber das hat natürlich nicht viel mit Spielen zu tun, und mit einfach nur Spaß haben. Es geht ja noch um andere Dinge da für Ihr Herz. Einfach Freude, das war ja ein wichtiger Punkt. Es gab keine Freude.

 Ja.

 Und da könnten Sie ja vielleicht mal dann ansetzen, daß Sie mal überlegen: Wie könnte ich denn mehr Freude in mein Leben bringen? Wirkliche, herzempfundene Freude? Nicht nur irgendwie: „Oh, wir machen mal was, was Spaß macht, und so, und dann gehen wir mal weg, auf ein Konzert oder so“, sondern wirklich Freude aus dem Herzen heraus. Das ist unabhängig von der Aktivität, die man macht, ja? Einfach das Gefühl. Wirklich Freude zu fühlen.

 Ja, im Moment hab ich das am meisten in der Natur. Ich freu mich, wenn ich sehe, wie alles blüht, wenn ich die Vögel höre.

 Ja, fühlen Sie das mal. Trauen Sie sich das mal ruhig, das wirklich zu fühlen.

 (seufzt) Ich freue mich auch über jeden kleinen Baum, den sie pflanzen.

 Ja. Gehen Sie mal in dieses Gefühl einfach rein. Wie fühlt sich denn das an?

 (seufzt) Ja, ein bißchen fühle ich mich auch wie … so wie rekonvaleszent oder so. Ich kann mich freuen auf Spaziergängen an den Blumen, aber ich kann vielleicht nicht noch eine Nacht durchtanzen. (hat einen Gedanken) Ja, das war sowas …

 Was denn?

 Als ich mich da letztens mit meinem Tiefenpsychologen getroffen habe – das ist ein Bekannter von mir.

 (lacht)

 Und als er dann nach Hause ist, und ich ging zur U-Bahn, da waren da so zwei Portugiesen, also ein Pärchen. So Freaks. Und die hatten zwei winzigkleine süße Welpen dabei. Und sie saß da auf einer Decke, und die Welpen waren in einer kleinen Kiste und fingen dann an so rumzulaufen, und jeder knuffelte die. Die waren einfach so niedlich. (lacht) Und die haben da gewartet, daß die Familie kommt, die gesagt hat, daß sie sie nehmen will. Weil der Wurf hatte sechs Welpen, und vier waren wohl schon weg.

 Und sowas, ja. So wie diese Freaks da. Die machen das einfach zusammen, sie wohnen zusammen, sie haben irgendwie einen anderen Lebensstil und haben auch einfach den Spaß und setzen sich dann da vor die U-Bahn und so. Das würde mit C. nie gehen. Ich meine, ich will mit ihm sowieso nichts mehr machen. Aber auch wenn ich sonst so irgendwo rumlaufe, sind da immer irgendwie nur so ernsthafte Leute. Also in der Angehörigengruppe sowieso, weil da geht es ja um ein ernstes Thema und so. Aber ja … mit dem Rollenspiel, das war noch irgendwie so in die Richtung. Aber da ist es dann so, daß man wieder soviel lernen muß über die Regeln, und da hätte ich mich dann mehr reinhängen müssen. Wenn man das mehr macht, dann muß man die Sachen einfach sich draufschaffen, sonst hat es keinen Sinn.

 Ja, vielleicht gibt es ja auch was, wo man nicht so viel lernen muß und trotzdem Spaß haben kann.

 Haben Sie da vielleicht eine Idee?

 (lacht) Ach, ich hab jede Menge Ideen!

 Ja, bitte! Ich bitte sehr darum!

 Sie könnten mal so eine HAPI-drum nehmen und sich einfach irgendwo in die Pampa pflanzen oder in den Viktoriapark oder so, und mal gucken, wer dann so kommt und vielleicht ein anderes Instrument dabeihat.

 Und Sie meinen, da kommen Leute?

 Ach, bestimmt!

 Ja, dann möchte ich aber erstmal so ein Ding, wo ich die HAPIs reintun kann. Das brauche ich.

 Ja, da können Sie ja mal gucken, wo Sie sowas herbekommen. Das kann ja nicht so schwer sein.

 Ja. Ach … ich glaub, ich muß mal eine kleine Pause haben. Aber ich werde das aus dieser Sitzung mitnehmen mit Ihnen: Mehr Freude ins Leben bringen und mal gucken, wie ich das machen kann. Ich danke Ihnen sehr.

 Aber bitte. Mach ich doch immer gern. Das wissen Sie doch.

 Ja. Danke auch. Bis demnächst.