Schamanismus

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Als das Wünschen noch geholfen hat – Die Rückkehr der magischen Realität

Veröffentlicht April 23, 2014 von Zarah

Als ich letztens die Aufnahmen der letzten Monate durchhörte, um endlich mal wieder meine inzwischen angesammelten MiniDiscs zu beschriften, fand ich die folgende Session von Ende Januar wieder. Das geht mir oft so: ich setze mich hin, um irgendwas zu channeln oder herauszufinden, und dann vergesse ich es – bis ich irgendwann wieder über die Aufnahme stolpere. Gott sei Dank gibt es Aufnahmegeräte! 🙂

Es ist schwer zu beschreiben, wie das ablief … es begann damit, daß beim Einstimmen einfach intuitive Wahrnehmungen hereinkamen, wobei ich aber nicht das Gefühl hatte, daß die aus irgendeiner bestimmten Quelle stammten. Ich nannte es dann „die Information aus dem Feld ziehen.“ Inzwischen habe ich durch ein wundervolles Buch herausgefunden, daß es verschiedene Formen übersinnlicher Wahrnehmung gibt (Hören, Sehen, Fühlen und Intuition), was zwar irgendwie auch „Channeln“ ist, aber nicht von einer bestimmten geistigen Wesenheit kommt. Vielleicht war das eine Mischung aus allem. Vom Gefühl her war es wie Fühler auszustecken und dann zu warten – und die hereinkommenden Infos zu versuchen in Worte zu fassen, was zeitweise echt schwierig war. Lest es also mit euren eigenen intuitiven Antennen „eingeschaltet“, denn ich kann da auch nur „übersetzen“, wsa für mich einigermaßen klar erscheint – und das ist sicher nicht alles, was da ist, und muß durch meine eigenen Filter gehen. Ich habe das, was eher aus meinem „normalmenschlichen“ Bewußtseinszustand kommt, in normaler Schrift, und die intuitiven Antworten in Kursiv gesetzt.

Als ich mich weiter ins Thema vertiefte, schien es an einem bestimmten Punkt doch wieder so, als ob ich mit jemandem spräche. Ich kann jetzt nicht mehr genau rekonstruieren, ab wann es sich veränderte. Vielleicht verändert sich ja auch so nach und nach das Konzept vom „Channeln“ als verbaler Kommunikation. Auch beim Channeln von Wesenheiten ist es in letzter Zeit oft eher so, als ob sie mir telepathische Durchgaben übermitteln, die ich dann erstmal in Worte „übersetzen“ muß. Es scheint, als sei diese Form der Telepathie das, worauf früher oder später alle Kommunikation hinauslaufen wird, da der verbale Austausch einfach viel zu langsam ist, um bestimmte Datenmassen zu bewältigen. Ein bißchen, als würde man versuchen, mit einem Analog-Modem längere Youtube-Videos zu laden … es funktioniert nicht wirklich.

Den Abschnitt über die Musik können die Leute, die sich nicht so für Musik interessieren, getrost überspringen. Es ist nur ein Beispiel dafür, wie sich die Grenzen zwischen den Menschen auflösen – die zurzeit in vielen deutschen Städten stattfindenden Montags-Mahnwachen sind ein weiteres.

Viel Spaß beim Entdecken der magischen Realität! 🙂

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Als das Wünschen noch geholfen hat – Die Rückkehr der magischen Realität

31.1.2014

Sandra Walter hat geschrieben, daß dieses Wochenende extrem viel von diesem neuen Licht reinkommt, und wenn man ein Gatekeeper oder sowas ist, soll man mit neuen Strukturen experimentieren, und ansonsten soll man einfach das Licht halten und Liebe durch sein Herz strömen und so. […] Ich hab schon das Gefühl, obwohl alles so aussieht wie immer, daß sich extrem viel auch verändert, auch für mich selbst jetzt gerade, auf den inneren Ebenen oder auf der Selbstwahrnehmung, oder wie auch immer man das nennen will. […] Und dann habe ich aber noch sowas wie eine Distanzierung, so als ob die ganzen Dinge, die jetzt auf Weltebene stattfinden, gar nicht mehr so wichtig wären. Also als ob jetzt irgendwas Größeres, eine größere Perspektive reinkommt. Aber so richtig wissen tue ich auch nicht, was das da wird. Und jetzt dachte ich, setze ich mich mal hin, um da Genaueres herauszufinden.

(geht in die Verbindung) Also es fühlt sich irgendwie an wie eine Ausweitung. Aber gewissermaßen in eine Energie, die nicht mehr viel mit dem, was man so kennt, zu tun hat. Ich kann es gerade schwer beschreiben. Ich öffne mich einfach mal für die Informationen, die da vielleicht kommen möchten darüber. (Pause)

Ja, das sieht aus wie erstmal so der ganze Planet, durchdrungen von einer Energie von … also die sieht aus wie Weiß, so ein bißchen gedämpftes Weiß, und völlig neutral und unberührt. Und die hat nichts zu tun mit irgendwas, was bis jetzt auf diesem Planeten stattgefunden hat. Die Ereignisse, die sind alle noch sozusagen im alten Framework angesiedelt. Während dieses hier ist … ja, ich weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll. Das ist wie … wie so eine weiße Decke. Möchte mir jemand was dazu sagen? Oder möchte dieses Weiße da selbst sprechen, was es ist?

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Das Neue ist keine verbesserte Version des Alten

Ja, das ist wie sozusagen die unberührte Energie von der neuen Realität. Und das ist wie ein unbeschriebenes Blatt sozusagen, wo noch nichts drauf geschrieben worden ist. Ich dachte, da wären schon Leute zugange mit der neuen Erde und so?

Das sind alles auch schon alte Begriffe. Sogar der Begriff „neue Erde“ ist alt. Kriege ich hier. Verblüfft mich jetzt, aber so kommt es hier durch. Und zwar deswegen, weil da schon so ganze viele Vorstellungen dranhängen, die von dem ausgehen, was Leute kennen. Und von dem, was sie kennen, stellen sie sich vor, wie das Neue dann wär, aber das ist es nicht. Denn das, was das Neue wirklich ist, das kannst du nicht aus dem Alten heraus extrapolieren sozusagen. Das Neue ist keine Fortsetzung des Alten, nur besser. Es ist anders. Es ist total anders.

Ja – was macht man denn? Macht man irgendwas damit? Oder läßt man es einfach nur mal so sich so … ausbreiten? (lacht) Oder …

Ja, gut ist, erstmal zu begreifen, daß das keine Fortsetzung des Alten ist und man auch nichts damit machen muß, und dann sozusagen es aus sich selbst heraus entfalten zu lassen. Gar nicht irgendwie was machen wollen. Weil das Machen kommt immer noch aus den alten Vorstellungen, was man tun sollte / müßte / könnte irgendwie. Aber es möchte selbst, aus sich selbst heraus wachsen.

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Den Impulsen folgen, die aus dem Innern aufsteigen

Also man soll auch gar keine Impulse geben für irgendwelche Wachstumsrichtungen oder wie?

Das funktioniert dann so, kriege ich hier, daß du nicht den Impuls da reinsendest, sondern du guckst, ob in dir ein Impuls kommt. Weil in dem Moment, wo du dich verbindest mit dieser neuen Matrix, wenn man so will, dann tut es in dir die Dinge sozusagen auch anstupsen, die da geschehen wollen. Und wenn du dann fühlst und wenn du guckst: Okay, da soll jetzt das und das kommen, auch wenn du noch gar nicht weißt – oder es ist sogar gerade gut, nicht zu wissen, wie das dann aussehen würde oder so. Dann kriegst du vielleicht nen Impuls, irgendwie was da reinzugeben, ohne daß du weißt, worauf das jetzt hinausläuft.

Ist vielleicht wie: Jemand drückt dir ein Samenkorn in die Hand, aber du weißt vielleicht gar nicht, was das für eine Pflanze wird, wenn du das in die Erde steckst. Und dann kriegst du halt sozusagen einen Impuls, das an einer bestimmten Stelle in die Erde zu stecken und zu bewässern. Und mehr brauchst du da eigentlich auch nicht zu machen. Du brauchst nicht zu wissen, was es wird, du brauchst nichts zu planen. Du brauchst nur den Impulsen zu folgen, die von alleine kommen durch deine Verbindung mit dieser neuen … Energie da. Ich nenne es jetzt einfach mal „Energie“ in Ermangelung eines besseren Wortes. Und das … da muß man einfach wirklich Vertrauen haben und aufmerksam sein auf die Impulse, die da kommen, und sich regelmäßig immer damit wieder verbinden.

Und das ist was, was erstmal nach nichts Besonderem aussieht. Also es ist nichts, womit man in der Welt irgendwie nen Blumentopf gewinnen kann, wenn man das macht. Aber das ist das, worauf alle Dinge, die in der neuen Realität wachsen, beruhen werden – auf dieser Art von einfach aufmerksam sein und eben die Impulse reingeben, die dann kommen werden. Da kann man kein Konzept draus machen, man kann auch nicht erklären, wie es geht (lacht) – ja? Am besten kann man es vielleicht noch erklären mit dem, was EE Gabriel immer dieses „im Flow sein“ nennt. Daß man einfach wirklich drin bleibt und mit dem mitgeht, was da kommen will.

Na, jetzt hatte ich doch letztes Jahr mal so diese Energieverbindung gemacht mit der Erde. Ich weiß ja nicht, ob das Erdheilung war, oder … aber es war auf jeden Fall irgendwas Bestimmtes, was ich da tun sollte. Und dann hab ich ja diese Gaia-Einweihung gemacht, was ja doch auch irgendwie ein System ist. Ist das dann alles nicht mehr aktuell, oder …? (Pause)

Jetzt kommt irgendwie sowas wie: Kommt drauf an, in welcher Ebene aktuell. Also es gibt schon Ebenen, wo es aktuell ist, aber diese ganze neue Energie, da kannst du nur dem folgen.

Aber letzten Endes hab ich das ja da auch gemacht. ich hab das gemacht, was halt durchkam. Und Sandra, die macht auch diese ganzen Gateways und so an irgendwelchen bestimmten Orten.

Wenn du was hast wie einen ganz neuen Planeten, wo noch nichts ist, und dieser Planet dir sagt, er möchte dort ein Tor haben, dann gehst du halt hin und baust es. Und das mußt du dann aber so machen, wie das dir da gezeigt wird. Du hast nichts, worauf du zurückgreifen kannst. Kein altes Wissen kann dir da helfen. Du kannst nur hingehen und dich auf die Erde setzen und das, was du dann bekommst als Input, umsetzen, so wie du halt das kannst. Und es mag sein, daß auch mehrere Leute manchmal an einen Ort gerufen werden.

[Ich fragte dann, wie es mit den Leuten ist, die mit Geomantie arbeiten und da auch mit Gruppen von Leuten an bestimmte Orte gehen und Zeremonien oder Erdheilung machen. ]

Es ist ein sehr großer Unterschied, ob du wirklich da hingehst, wo du hin gerufen wirst, oder ob du ein Konzept im Kopf hast von Strukturen, von Orten und davon, was du da machen willst. Wenn du da hingehen kannst, wo du hin gerufen wirst, und dann dort das tun, was da eigentlich auch durchkommt, dann ist es in Ordnung. Viele Leute arbeiten nach Schema F, nach alten Methoden, die früher mal gut waren, aber jetzt nicht mehr stimmen – nicht mehr für die neue … die neue Realität. Und diese Dinge, die werden sich insofern auswirken, als die alte Realität noch existiert.

[Inzwischen war ich übrigens mal bei der Berliner Geomantie-Gruppe, und sie arbeiten wirklich mit den Wahrnehmungen, die im Augenblick durchkommen, so wie es in der obigen Antwort auch erwähnt wurde, wobei manche Meditationen aber auch vorgegeben sind.]

Aber vielleicht … ich weiß nicht … kriegen das die Leute nicht mit? [Diese Frage bezog sich wieder auf diejenigen, die mit vorgegebenen Systemen – also nach „Schema F“ – arbeiten.]

Nein. Weil ihr ganzes Bewußtsein sozusagen noch in dem Alten verankert ist. Es ist insofern gut, als sie gute Absichten haben.

Aber dann müßte man denen das vielleicht mal sagen, oder? Daß das nicht das ist, worum es geht jetzt mehr.

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Die alte Realität ist ein in sich geschlossenes System

Es ist im Moment immer noch ne Übergangsphase. Und es gibt Leute, für die das jetzt halt noch wichtig ist, es so zu tun. Weil auch für sie ist es ne wichtige Erfahrung, so gesehen. Es ist kein Urteil damit verbunden, ja? Es ist nur einfach eine Ebene, die …

… Gott, jetzt kriege ich Probleme, die Worte zu finden hier. Warte mal. Ich laß mal ganz los. Warte. Schwierig zu beschreiben. Weil auf einer gewissen Ebene ist das real. In dem Moment, wo du dich drin befindest, ist es dann real. Und dann funktioniert auch Reiki, und dann funktionieren auch die ganzen alten Systeme noch. Das ist ja alles nicht – so gesehen nicht weg, aber es hat kein – englisch würdest du sagen: it has no bearing– es hat keine Auswirkung, keine Verbindung mit dem Neuen. Es ist, als wäre das so sein ganz eigenes Bezugssystem, innerhalb dessen diese Dinge real sind und auch funktionieren. Aber nur innerhalb dessen.

Wenn jetzt dein Bewußtsein noch sehr in diesem Bezugssystem verankert ist, müßtest du erstmal merken, daß was Neues eigentlich schon da ist, und dann könntest du sozusagen umsteigen. Aussteigen aus den alten Sachen, einsteigen in dieses, was halt eben nicht so genau definiert werden kann.

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Die magische Realität – Erschaffen aus der Verbundenheit

Aber ich hab letztens noch mal die alten Trauminterpretationen gelesen. [zu YKW] Da hattest du noch gesagt, das Alte kann mit dem Neuen eigentlich ganz gut verbunden werden. Und ich hab das damals so verstanden, daß das Schamanische mit dem Neu-Energetischen ganz gut harmoniert sozusagen.

Jetzt kriege ich: Das ist in der Tat so, und es ist aber nicht nur das Schamanische, sondern noch weiter davor – vor dem Schamanismus. Weil vor dem Schamanismus gab es quasi funktionierende Magie! Es gab ne magische Realität. Und das ist das, was jetzt eigentlich wieder kommt auch. Und deswegen kann man das ganz gut verbinden. Also man kann sich zurückverbinden zu der Zeit, wo, wie das in Brüder Grimm heißt, „wo das Wünschen noch geholfen hat.“ Wo du kraft deiner Gedanken wirklich erschaffen hast. Und zwar nicht gemäß einem vorher ausgedachten Plan oder System, sondern gemäß deiner Verbindung mit der magischen Realität, in der du lebst. Also du bist verbunden, und du hast das Gefühl, du willst da nen Samen reinpflanzen. Oder du bist verbunden und du hast da Gefühl, jetzt diese Worte zu sprechen. Und du bist dann im Prinzip einfach nur der Kanal, durch den diese Dinge fließen und sich manifestieren.

Das ist nicht wie diese landläufige Vorstellung von Magie, wo du so groß „Abrakadabra Zampano“ irgendwie ne große Show abziehst, sondern es ist Magie in einem viel elementareren Sinn – nämlich daß das erscheint, was sich manifestieren will oder was halt gedacht wird, was gefühlt wird, was getanzt wird, gesungen wird – das erscheint halt dann. Und da können natürlich auch Dinge erscheinen, die dann nicht so schön sind. Aber im Prinzip ist es so daß, wenn du in dieser Realität wirklich lebst und verbunden bist, dann möchtest du eigentlich keine unzuträglichen Dinge erschaffen. Und es kommt ja letzten Endes auch nur das durch, was aus deiner Verbindung kommt. Was durch die Erde durchkommt, durch die magische Realität durchkommt Das manifestiert sich dann.

Und jetzt sind viele Leute noch in diesen Vorstellungen von Spiritualität, wo du ne Hierarchie hast. Ne Hierarchie von Meistern, von Engeln, von Wesenheiten, von Ebenen, von Stufen, ja. Das war gewissermaßen die Art, wie es funktioniert hat, als diese magische Realität nicht so einfach erreicht werden konnte. Da hast du das alles gebraucht, bzw. es gab halt ne Struktur, über die du gehen konntest, und dann hast du das dann auch erreicht, nur über ganz viele Umwege sozusagen. Und diese Umwege, die kann man sich jetzt einfach sparen. Weil es ist direkt da. Und das haben ganz viele Leute einfach nur noch nicht gemerkt. Weil es einfach schon so lange so üblich war, das so zu machen. Das siehst du ja immer noch da bei den Rosenkreuzern und anderen Systemen. Das braucht man jetzt wirklich nicht mehr. Wichtig ist nur, daß du verbunden bist. Man kann dort nicht aus der Abgetrenntheit wirklich erschaffen. Weil die Abgetrenntheit ist eine Eigenschaft der dualen Realität. Und sobald du in eine Form von abgetrenntem Erschaffen gehst, bist du sofort wieder in der dualen Realität drin, bist du nicht mehr in der neuen Realität.

Mhm.

Und dann natürlich konfiguriert es sich so, ja, wie es halt den Regeln der dualen Realität entspricht.

Ja, wobei es ja hieß, daß die sich jetzt auflöst.

Es besteht die Möglichkeit, die auf gewissen Ebenen immer noch zu erschaffen, weil es jetzt halt immer noch eine Übergangsperiode ist.Wobei das nicht die Empfehlung ist, das weiterhin zu tun. Denn sie löst sich natürlich schneller auf, wenn weniger Leute sie noch weiterhin erschaffen. Je mehr Leute in die neue Realität und von da aus aus der Verbindung heraus erschaffen. desto weniger Energie geht in die Aufrechterhaltung des alten Systems.

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Alles, was du im Außen wahrnimmst, ist ein Ausdruck von dir

Aber was ist denn dann z.B. mit – ein Körper ist ja auch nur eine Erscheinungsform davon, daß man in einer dualen Realität ist, oder?

Da mußt du ein bißchen differenzieren. Es ist richtig, daß in dem Moment, wo du sowas wie Körper noch wahrnimmst, gibt es immer noch einen gewissen Grad von Dualität. Aber wenn du aus dem Innern kommst, wo du weißt, daß all diese Körper eigentlich Ausdrücke von dir sind, dann ist es nicht mehr die Dualität, die bis jetzt vorgeherrscht hat, wo jeder, der einen Körper bewohnt, sich als getrennt von allen anderen empfindet. Ja? Da siehst du das Licht in allem, egal ob es außerhalb von dir zu sein scheint.

Okay. Ich habe ein deutliches Gefühl, daß ich mal einen Schlußpunkt setzen muß. Weil die Energie intensiviert sich hier oberhalb meiner Stirn auf das Heftigste, und ich würde es hier erst mal gerne bei dem belassen.

Okay.

Wer bist’n du? (Pause)

Wenn du jetzt nicht nen Namen kriegst, dann komm später wieder.

Ich dachte ja erst, ich zieh das selber aus dem Feld, aber dann schien es doch wieder so zu sein, als ob ich mit jemand spreche.

Das vermischt sich dann auch. Ja? Weil die Wahrnehmung, daß jemand, wie schon bereits gesagt, sich außerhalb von dir befindet, die löst sich ja dann auf in dem Moment wo du dich verbindest. Und dann ist sozusagen du und das Feld und alles, was sich in dem Feld befindet, nicht mehr so getrennt wie in einer rein dualen Realität. Das geht dann auch alles ineinander über.

Ich dachte, man verliert nicht die Individualität?

Man verliert das Gefühl von Getrenntsein. (lächelt) Und so kann es kommen, daß man nicht unbedingt immer auseinanderhalten kann: Was bist du? Was bin ich? Weil ich bin du. Du bist ich. Wir sind das Feld – was du das Feld nennst. Das ist alles nicht so getrennt. Und wenn es jetzt nötig ist, bestimmte Unterschiede deutlicher zu machen, dann wird sich das halt so konfigurieren. Und wenn das nicht nötig ist, dann wird es sich mehr annähern. Das ist viel fließender dann.

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Die Grenzen werden fließender – Ein Beispiel aus der Musik

Du hattest da gestern dieses Interview gehört von dem Musiker [dem Sänger von Alcest aus Frankreich], der gesagt hat: Früher gab’s diese ganzen Kategorien in der Musik. Die Leute die Indie-Rock gemach thaben, für die wär Metal völlig … oder für die wär es völlig undenkbar gewesen, Black Metal mit Gothic zu verbinden oder so. Ja? Oder Indie-Rock und Metal zu integrieren, oder HipHop. Und heutzutage verbindet jeder alles, was es gibt. Also alle Richtungen existieren einmal als eine reine Richtung, also als reiner Black Metal zum Beispiel, aber es gibt auch alle möglichen Querverbindungen. Wo man früher gesagt hat: „Das geht ja gar nicht!“ – das ist heute ganz normal. Und wenn er gestern mit Black Metal angefangen hat und die Leute ihn heute versuchen immer noch drauf festzunageln, dann sagt er: „Ich mach, was ich will! Und wenn ich morgen HipHop machen will, dann mach ich das!“

Und das ist auch nur ein Beispiel dafür, daß diese Grenzen, die es da mal gegeben hat, daß die sich jetzt wirklich anfangen aufzulösen. Und da gibt’s Leute, die da schon relativ weit damit gediehen sind, und es gibt Leute, die das mehr so nebenbei mitkriegen. Z.B. wenn du auf ein Konzert gehst und da die Gothics neben den Normalos und den HipHoppern stehen, was früher gar nicht gegangen wär, dann kriegst du mit: Hey! Die Grenzen sind nicht mehr so starr! Es verbindet sich alles mehr. Man kann zwar immer noch nen HipHopper am Outfit erkennen, aber der geht dann auch auf ein Mogwai-Konzert. Und so wird alles immer fließender, immer verbundener, könntest du sagen. Es besteht nicht mehr die Notwendigkeit, sich so abzuheben. So: „Ich bin jetzt nur das. Ich bin nur Gothic, und ich würd nie auf ein Metal-Konzert gehen.“ Zum Beispiel. Früher haben die Leute das benutzt, um sich eine Identität zu geben, und heute finden sie ihre Identität mehr im Innern und nicht in der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Richtung. Und das sind alles Zeichen davon, wie die Dinge sich entwickeln.

[Wer mal ein Ohr riskieren möchte – hier gibt es das aktuelle Album von Alcest, Le Voyage de l’Ame (Die Reise der Seele).]

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Spirituelle Systeme werden obsolet

Ja, aber vorhin hast du noch gesagt, das wär nur so in der alten Realität.

Nee, das hast du falsch verstanden. Die Dinge, die … sagen wir mal, diese Systeme, die Hierarchien, diese Vorstellungen, nur auf eine bestimmte Art kann das und das gemacht werden – also daß du nicht dich verbindest und dann guckst: Was will hier geschehen?, sondern daß du die Dinge nach Rezept machst, so: Wir stellen uns jetzt mal alle im Osten auf. Und dann meditieren wir so. Und dann gehen wir die Himmelsrichtungen ab. Und dann tun wir dies und das und jenes, weil das sich halt so gehört, daß man das so macht, ja? – das ist das alte System, und das ist eigentlich inzwischen obsolet. Nur hat es halt noch nicht wirklich jeder gemerkt.

Und es gibt aber Leute, die es merken. Und gerade in der Musik zum Beispiel oder im Theater oder in sonstigen kreativen Bereichen lösen sich diese Grenzen einfach immer mehr auf. Das sind die Anfänge eigentlich schon von einem größeren Zusammengehörigkeitsgefühl und auch davon, daß man die Identität nicht findet durch eine bestimmte Gruppe, sondern daß man die in sich selbst findet. Er sagt, er guckt, welche Musik er jetzt machen will – und dann macht er sie eben. Er sieht sich nicht als Metaller, er sieht sich nicht als HipHopper, sondern er sieht sich als einen Menschen, der die Musik machen will, die jetzt für ihn gerade stimmt. D.h. er findet die Identität, die im Moment für ihn ausschlaggebend ist, findet er in sich und nicht in irgendeiner vorgegebenen Stilrichtung. Sondern er sucht sich die Stile sozusagen, wie sie zu dem passen, was er ausdrücken möchte.

Ja. Früher nannte man das Eklektizismus.

Es kommt halt immer auf deine Sichtweise an – ob du einen Stilmix sozusagen als Treuebruch mit einer bestimmten Richtung empfindest, oder ob du das gerade als besonders kreativ empfindest. Aber es wird sich jetzt immer mehr so entwickeln. Wobei es natürlich immer noch Leute gibt, die eine bestimmte Richtung vertreten. Aber dann siehst du ja, daß Bands sich auflösen, weil sie nicht mehr das machen wollen, was sie seit zehn Jahren machen. Sondern der eine sagt: „Ich interessiere mich jetzt mehr für andere Sachen.“ Und das paßt aber nicht mehr zu dem, was die anderen machen wollen. Und dann wird er seine neuen Sachen mit anderen Leuten zusammen verfolgen, ja.

Oh Mann. Jetzt muß ich echt aufhören.

Dann bis demnächst.

Ja. Bis später.

© Zarah Zyankali 2014

 

Die Reise mit dem Fuchs

Veröffentlicht November 12, 2013 von Zarah

So viele neue Abenteuer hab ich inzwischen erlebt, und dabei hab ich immer noch nicht darüber geschrieben, wie unsere schönen Linden gefällt wurden und wie ich das erlebt habe. Bei der letzten Fällung war ich dabei, und es war, als würde mir das Herz aus dem Leib gerissen. Aber das ist eine Geschichte für ein andermal …

Jetzt bin ich gerade frisch zurück aus Tribal Mirrors, einem 4-tägigen 5-Rhythmen -Workshop, bei dem es um heiliges Theater geht – darum, unsere Ego-Charaktere aus dem Schrank zu holen und sie auf eine Bühne zu stellen. Es waren vier Tage voller wundersamer Begegnungen, schöner Überraschungen, und der unterschiedlichster Tänze. Wir haben zusammen geschwitzt, gelacht, geweint und gefeiert und unsere Körper und all unsere Gefühle einfach da sein lassen. Es waren über 70 Leute aus 17 verschiedenen Ländern, jede/r einzelne ein Spiegel für das Selbst. Ich kann noch gar nicht wirklich in Worte fassen, was ich da erlebt habe. Gestern brauchte ich dann erstmal sehr viel Ruhe und eine lange Session in der Badewanne. Aber heute wachte ich auf, sah die Sonne scheinen und war sofort glücklich und begeistert über den Tag. Das ist mir schon echt lange beim Aufwachen nicht mehr passiert. Seitdem fühl ich ein Gefühl in meinem Herzen, so sanft und schön … es fühlt sich ganz neu an, als würde etwas Neues gerade anfangen.

Doch jetzt erstmal zu etwas Altem. 😉 Seit diesem Frühjahr nehme ich an der Fern-Einweihung in die 12 göttlichen Strahlen von Sternenkraft teil. Dabei  habe ich schon die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht, manchmal hab ich auch gar nicht viel gemerkt. Am 3. November, dem Tag der Sonnenfinsternis und des Neumonds im Skorpion, fand dann die Initiation in den Weißen Strahl statt.  Und als „eigentlich“ alles schon vorbei war, ging es für  mich erst so richtig  los … es entfaltete sich eine schamanische Reise, die anknüpfte an andere Reisen und Träume von mir, die schon viele Jahre her sind.

Um ein bißchen die Kontinuität herzustellen, werde ich diese „alten“ Geschichten zuerst posten und zum Schluß dann das, was ich jetzt bei der Einweihung erlebt habe.

Fuchs im Gras

Fuchs im Gras

Die Reise mit dem Fuchs

Diese Reise ist inzwischen fast 20 Jahre her. Damals machte ich öfters eine Übung aus der Psychosynthese, bei der man einen Charakterzug, mit dem man Schwierigkeiten  hat oder den man tiefer erforschen will, als eine Gestalt sieht, mit der man sich unterhalten kann. Und zu der Zeit war es mir „passiert“, daß ich verschiedenen Leuten diverse Dinge versprochen und dann selber sabotiert hatte, daß daraus etwas wurde. Oberflächlich gesehen tat mir das leid und war mir auch peinlich, aber ich fühlte, wie innerlich irgendwas sich schadenfroh die Hände rieb. Das wunderte mich, und so beschloß ich, mit dem Ursprung dieser Schadenfreude Kontakt aufzunehmen. Hier folgt jetzt meine Tagebuch-Aufzeichnung. (Man beachte das Datum – es war genau zur Herbst-Tagundnachtgleiche.)

21.9.94

Der Trickster

Habe heute den Ursprung der Schadenfreude kennengelernt. Er erschien zuerst als Dämon, dann als Hase und zuletzt verwandelte er sich in einen Fuchs und blieb auch so. Stellte sich als Trickster vor, meinte, daß dieses ganze Guter-Mensch-Sein-Wollen von mir ziemlich hohl und pathetisch wäre und daß es viel mehr Spaß machen würde, Leuten, die anfangen, pathetisch und salbungsvoll zu werden, eins auszuwischen. „Weißt du noch, was es für nen Spaß gemacht hat, damals , als wir den Göttern die Knochen verpaßt haben? Mann, waren die sauer. Und als wir für die Menschen das Feuer geklaut haben? Die waren so arrogant, sie dachten, nur sie allein hätten ein Anrecht auf das Licht.“

Er/ich erinnerte mich an eine Stelle im Steppenwolf [von Hermann Hesse], wo auch das mühsam aufgebaute Pseudo-Selbst von Harry Haller in tausend Stücke geht und er zum erstenmal erkennt, wie pathetisch und hohl seine ganze moralische Entrüstung die ganze Zeit gewesen ist. „Und du bist genauso“, sagte der Fuchs. „Ich hab das nicht gemacht, um den anderen Leuten eins auszuwischen, sondern dem Teil von dir, der sich selber immer nur als gut und weise und selbstlos / hilfreich sehen will. Wenn du überhaupt irgendwie weiterkommen willst, mußt du lernen, dich selbst nicht mehr so teuflisch ernst zu nehmen.“ Steppenwolf: „Aller höhere Humor fängt damit an, daß man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt.“ Golas: „Wir können schließlich alle diese albernen Spiele mit sehr viel mehr Vergnügen spielen, wenn wir uns gewahr sind, was wir wirklich tun.“ Das Steppenwolf-Zitat hatte ich damals schon unterstrichen. Der Fuchs meinte: „Siehst du, das hast du mit achtzehn schon gewußt. Wie ist es dir gelungen, es so lange zu vergessen?“ Ich meinte ,ich hätte es eigentlich nicht so sehr gewußt, sondern anerkannt, daß es wichtig war, aber ich war auch damals schon nicht in der Lage, es in die Praxis umzusetzen.

FuchsSchafAni

Der Verlust der Unschuld

Der Fuchs meinte: „Komm mit, ich muß dir noch was zeigen.“ Dann war ich auch ein Fuchs, und wir trabten einen Hügel hinauf. Auf der anderen Seite war eine Schafherde. Wir griffen ein Schaf an, rissen es und fraßen es auf. (Füchse reißen zwar eigentlich normal keine Schafe, aber das war egal.) „So, jetzt bist du eingeweiht“, sagte er. „Du weißt jetzt, daß du andere Wesen verletzen, Blut vergießen und auch trinken kannst. Schafe sind so dämlich!“

„Aber auch unschuldig“, wandte ich ein.

„Na, aber du siehst ja, daß sie ihre Unschuld teuer bezahlen: sie sind so dumm, daß sie nicht merken, wenn Gefahr droht, und lassen sich einfach auffressen.“

Die typische Opferlammhaltung: sie ließen sich lieber auffressen, als sich ein Wissen darüber zu erwerben, daß es in der Welt auch Bösartigkeit und Gefahr gab, bloß um ihre Unschuld zu bewahren. Jetzt hatte ich meine eigene Unschuld getötet und aufgefressen und hoffte nur, daß ich in der Lage sein würde, sie einigermaßen zu verdauen.

Dann trabten wir durch den Wald. „Das ist der Wald. Er ist dunkel, aber das ist okay“, sagte der Fuchs. Eine Eule kam von oben auf uns runtergeschossen. Der Fuchs zeigte mir den Weg in einen engen Bau, wo sie nicht hinterherkonnte. „Aber ist das nicht feige?“ fragte ich ihn. „Manchmal muß man abhauen, sonst ist man geliefert“, sagte er.

Shapeshifting – Die Reise durch die 4 Elemente

Dann kamen wir aus dem Wald und trabten einen anderen Hügel hinauf, auf dessen Spitze ein großes schwarzes Kreuz stand. „Erinnerst du dich an Krabat?“ sagte er. „Sowas Ähnliches machen wir jetzt auch.“ Er stopfte eine längliche Pfeife (so ähnlich wie die, die M. hat, aber irgendwie auch wie das Opiumpfeifchen von Pablo im Steppenwolf) und reichte sie mir. Ich zog daran, dann rauchte er daraus, und wir tauchten beide ins Innere der Erde. Durch die Anspielung auf Krabat und Steppenwolf wußte ich, daß es eine Astralreise war und daß unsere Körper weiterhin unter dem Kreuz waren. Wir bewegten uns durch die Erde, als würden wir schwimmen. Dann tauchten wir in wirkliches, unterirdisches Wasser, tauchten wir durch ein Meer nach oben und kamen als Mensch und Dämon oben wieder raus. Wurden eine Weile durch die Luft gebeutelt, damit wir trocken wurden.

Danach war das Feuer dran. Wir sahen von weitem einen Vulkan. „Na, welches Wesen kann Feuer aushalten?“ fragte er mich grinsend. Ich dachte sofort an einen Drachen. Er meinte: „Godzilla auch.“ (Ich hatte mal mit M. einen Godzillafilm gesehen, wo er am Schluß in einem Vulkan begraben wird von Erdmassen. Aber er lebt weiter, weil es nichts gibt, was ihn umbringen kann, weder Feuer noch Wasser noch Gift oder Waffen oder sonst irgendwas.) „Also ich such mir jedenfalls Godzilla aus, aber wenn du lieber einen chinesischen Drachen willst, auch okay“, meinte er, und wir tauchten in dieser Gestalt in de Vulkan. Wir gingen durch das Feuer, schwammen dann durchs Meer als Fische, gruben uns durch die Erde als Maulwürfe.

„Na, was fehlt jetzt noch?“ fragte er mich. Wind fehlte. Auf einmal waren wir auf einer hohen Bergspitze, um die die Winde brausten. Wir verwandelten uns in Adler und ließen uns vom Wind tragen. Er grinste, weil er sah, daß ich die Lektion begriffen hatte: Man war nicht an eine Form gebunden, sondern konnte jegliche Form wählen, die der Situation gerade angemessen war. Als Füchse hätten wir das Feuer nicht überlebt, deshalb hatte ich auch erst ein bißchen Angst. Den Stürmen war ein schwerer Säugetierkörper nicht gewachsen, man brauchte einen leichten Körper mit Flügeln.

„Es ist nicht illoyal oder was“, sagte er. „Du mußt nicht immer einer Form treu bleiben. Du selbst bleibst immer gleich, egal, wie du gerade von außen aussiehst. Wenn du dir selber treu bleibst, kannst du jede Form annehmen, die du willst, und brauchst keine Angst zu haben, daß du auf einmal nicht mehr da bist. Die Form ist nur zeitweilig, von der Situation bestimmt. Wenn die Situation sich ändert, nimmst du eine neue Form an. Es macht Spaß, du wirst sehen. Es ist kein Täuschungsmanöver, bloß Pragmatismus. Du kannst immer wieder zu dir selbst zurückkehren.“

Das Flügelrad

Dann waren wir wieder zurück auf dem Hügel, auf dem das Kreuz stand. Hinter dem Kreuz erhob sich jetzt ein großer Kreis mit einem Punkt in der Mitte, der aber nicht fest war, wie das Kreuz, sondern aus flimmernder Luft zu bestehen schien. Er vereinigte sich mit dem Kreuz zu einem Rad, und dem Rad wuchsen Flügel. (Ich dachte noch: „Komisch, daß in meinen Geschichten immer Flügel vorkommen.“) Wir setzen uns darauf und flogen damit über den Wald hinweg und landeten in einer kreisförmigen Vertiefung, die aussah wie das Rad (genauso groß). Wir reichten uns die Hände. „Dies hat nichts mit Sex zu tun“, sagte er, „nur mit dem Körper. Du kannst alles überleben, wenn du das kapierst.“

Dann kam mir noch der Gedanke, daß ja das Pathos auch was mit meinem Bedürfnis nach Heldentum zu tun haben könnte, und ich dachte, man könnte ja auch gleich noch eine Reise mit dem Helden unternehmen. Er erschien auch, meinte aber: „Mach jetzt nichts mehr, lies erstmal weiter. Ich verstehe mich übrigens ganz gut mit dem Fuchs.“ Dann sah ich sie beide zusammen Schach spielen. Der Fuchs zog eine Figur und sagte: „Schach matt!“ Der Held fluchte gutmütig grinsend: „Scheiße, schon wieder verloren!“ Dann drehten sie das Brett um und begannen ein neues Spiel. Ich ließ sie dabei und las das Kapitel weiter. Es handelte davon, daß man seine sozialen Rollen als Masken durchschaut und aufhört, sich damit zu identifizieren – der Eintritt ins Kehlchakra. Daß man zum „Meister der Verwandlungen“ wird, wenn man merkt, daß keine dieser Masken man selber ist. Etc.

Was dann – trotz fast 20 dazwischenliegenden Jahren – wieder nahtlos überleitet zur Erfahrung der Tribal Mirrors

redfox_Snow_Wandering

Seelenrückholung – Das Kind im Niemandsland

Veröffentlicht April 1, 2013 von Zarah

Nachdem ich das letzte Posting über das innere Kind veröffentlicht hatte, fand ich synchronistisch ständig Bücher und Texte darüber, wie wichtig es ist, freundlich zu sich selbst zu sein. Zum Beispiel fiel mir wieder ein Buch von Pema Chödrön, einer westlichen buddhistischen Lehrerin, in die Hände mit dem Titel Liebende Zuwendung – Freude im Herzen. Na, wenn das nicht super paßt! Sie schreibt darin, wie wichtig es ist, sich selbst kennenzulernen und Freundschaft mit sich zu schließen – sich einfach immer so anzunehmen, wie man eben gerade ist. Dieselbe Botschaft begegnete mir dann auch noch in anderen Büchern. 😉

Gestern abend (Ostersamstag) habe ich dann eine Art Seelenrückholung gemacht, bei der ich ein inneres Kind kennenlernte, von dem ich noch gar nichts wußte. Das kam ganz unverhofft.

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Der Professor im Koma

 Es fing damit an, daß ich jemanden aus meinem letzten Traum sprechen wollte. Der entpuppte sich (wieder mal) als eine Art Raumschiff-Koordinator und erzählte mir, daß ich (d.h. mein „eigentliches“ Selbst) schon seit einer Weile auf einem ihrer Schiffe sei und dort bestimmte Arbeiten machen würde. Als ich fragte, was für Arbeiten das denn seien, meinte er, das zu erklären würde zu lange dauern, es wäre einfacher, wenn ich mich einfach erinnern würde. Ein bißchen, wie wenn der gute Mathematikprofessor nach einem schweren Unfall ins Koma gefallen wäre und sich jetzt an nichts mehr erinnere – seinen Namen nicht mehr wüßte, seine Freunde und Familie nicht mehr erkenne und sein ganzes mathematisches Wissen total vergessen hätte. Wenn man ihm jetzt alles, was er früher einmal wußte, wieder versuchen würde, von Anfang an beizubringen, würde das viel länger dauern, als wenn man ihm einfach das Gedächtnis wiedergeben könnte.

 „Naja“, sagte ich, „habt ihr denn nicht irgendwelche Schamanen, die sich damit auskennen, wenn Leute ins Koma fallen? Könnt ihr ihn nicht wieder ins Bewußtsein zurückholen?“

 „Ja“, meinte er, „klar haben wir Schamanen. Aber unsere besten Schamanen sind ratlos, es ist ein sehr schwerer Fall von Amnesie. 😉 Sie sagen, da ist ein sehr verwirrtes Wesen, das ziellos durch die Gegend irrt.“

 „Na, dann ist es doch einfach“, sagte ich. „Bei einem verwirrten Wesen kann man einfach sagen: ‚Komm mit mir mit, ich kenne mich hier aus, ich weiß, wo es langgeht.’“

 „Und wenn das verwirrte Wesen dann wild um sich blickt und schreit. ‚Nein! Nein! Nein! Ich gehe nirgends hin!’ – was machst du dann?“

 „Hm“, meinte ich, „dann würde ich vielleicht erstmal versuchen rauszufinden, wovor es solche Angst hat.“

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Das wüste Land

 Tja, und dann war ich auf einmal da, auf einer komplett „flachen“ Ebene … damit meine ich, es war nichts da, ringsumher war alles weiß, wie wenn man in einem endlos sich erstreckenden Raum wäre, wo nur eine Art weiße Kunststofffläche ist und sonst nichts. Und da war tatsächlich so ein verwirrtes Wesen vor mir. Ich konnte es zuerst nicht richtig sehen, nur spüren.

 Ich spürte dann ganz behutsam in seinem Geist nach Anhaltspunkten dafür, wovor es solche Angst hatte, und sah eine völlig zerstörte Landschaft vor mir. Diese Landschaft bestand praktisch nur aus Schutt und Asche und etwas Glut. Überall verkohltes schwarzes Geröll und schwarze Asche. Das einzige Licht war eine rötlich schwelende Glut, sonst war wirklich alles total schwarz.

 – Oh, sagte ich, das verstehe ich. Wenn du von dort gekommen bist, dorthin würde ich auch nicht gehen wollen. Aber es gibt noch andere Orte. Da wo ich wohne, ist es nicht so wie dort.

 Allmählich konnte ich die Gestalt besser erkennen. Es war ein etwa 6-7jähriges Mädchen mit wuschligen hellbraunen Haaren. Ich mußte ihre Antworten am Anfang durch mein Bewußtsein gewissermaßen übersetzen, weil zuerst nur Fetzen von Eindrücken zurückkamen.

 Als erstes wollte sie wissen, ob es da bewohnt sei, wo ich herkomme.

 „Ja“, sagte ich, „sehr bewohnt.“ 😉

 Dann stellte sich heraus, daß sie sich an diesem unbewohnten Ort sicher fühlte, denn „wo keiner ist, da kann auch nichts Schlimmes passieren“, meinte sie.

 „Oh“, sagte ich, „das haben Menschen gemacht?“

 „Ja“, sagte sie, „Menschen.“

 Ich hatte nämlich zuerst angenommen, es sei ein Meteoreinschlag oder Vulkanausbruch gewesen. Aber sie erzählte mir, daß es die Wissenschaftler ihrer Kultur waren. Sie waren etwas am Bauen gewesen, was gut hätte werden können, wenn es funktioniert hätte, aber leider war es ihnen dann komplett um die Ohren geflogen. Es hatte große Explosionen gegeben, und darüber hinaus hatten scheinbar die chemischen Substanzen, mit denen diese Wissenschaftler experimentiert hatten, die ganze Umwelt dort vergiftet und komplett unbewohnbar gemacht.

 „Die waren so begeistert von dem wissenschaftlichen Fortschritt, daß sie nicht so drauf geachtet haben, daß das auch gefährlich sein kann“, meinte sie.

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Geschichten aus der Geschichte

 „Ja, solche Wissenschaftler gibt es bei uns auch“, erzählte ich ihr. „Die bauen z.B. Atomkraftwerke.“

 „Atomkraftwerke? Was ist das?“

 Darauf erzählte ich ihr erstmal, was ein AKW ist, was es schon für Unfälle gegeben hatte und welche Folgen das gehabt hatte.

 „Wie kann man so dumm sein, das zu bauen, wenn das Risiko bekannt ist?“ fragte sie.

 „Naja“, meinte ich, „am Anfang war das Risiko wohl noch nicht wirklich bekannt. Die Menschen haben geglaubt, das sei ‚saubere’ Energie. Denn der Braunkohlestaub war ja auch nicht gerade umweltfreundlich, und die Leute, die die Braunkohle abbauen mußten, hatten kein besonders angenehmes Leben, und es gab auch immer die Gefahr, daß sie in den Schächten verschüttet werden. Auch Öl konnte knapp werden, und es hatte damit schon verschiedene Unfälle gegeben, die zu einer Ölpest führten. Als dann die Atomkraft kam, dachten alle, das sei viel besser. Erst als es Unfälle gegeben hatte, begann man die Gefahren richtig zu verstehen. Jetzt nach dem letzten großen Unfall haben wir beschlossen, die Atomkraftwerke abzuschaffen.“

 „Das ist sehr vernünftig“, meinte sie.

 Sie fand es gut, daß ich ihr die Wahrheit sagte und nicht irgendwelche blühenden Geschichten darüber erzählte, wie toll es bei uns sei, nur damit sie mitkäme. Sie löcherte mich mit Fragen darüber, was es in unserer Welt an Gefahren gäbe. Vor allem Kriege. Ich meinte, in unserem Land sei der letzte große Krieg schon fast 70 Jahre her. Aber auch nach diesem Krieg sei alles nicht so schlimm gewesen wie in ihrer Welt. Es seien Häuser stehengeblieben, und es hätten auch viele Menschen in Bunkern überlebt. Die letzte kriegerische Handlung direkt in unserem Land (die Niederschlagung der Proteste des 17. Juni) sei schon fast genau 60 Jahre her.

 Nach und nach erzählte ich ihr dann die ganze Geschichte vom 2. Weltkrieg, von der deutschen Teilung, vom Fall der Mauer und dem Ende der DDR („Wieso war dieses Land dann auf einmal weg?“ wollte sie wissen. Ich mußte ihr erst erklären, daß nicht das Land als solches zerstört wurde, sondern nur die Regierung und die Grenze nicht mehr da waren.)

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Das darf nie wieder passieren

Sie stellte super intelligente und scharfsinnige Fragen, aber alles war darauf ausgerichtet, herauszufinden, wie sicher unsere Welt wohl sei und ob sie das Risiko eingehen wollte, dort hinzugehen, oder lieber bleiben wollte, wo sie war. Es war zwar ein Niemandsland, aber es war dort wenigstens sicher.

 „Naja“, meinte ich, „wenn du jedes Risiko ausschalten willst, kannst du dich auch gleich  begraben lassen. Auch wenn bei uns jetzt Frieden ist, du kannst trotzdem unter ein Auto kommen, dann bist du auch tot.“

 „Was sind Autos?“ wollte sie wissen.

 „Fahrzeuge.“ – Was Fahrzeuge sind, wußte sie.

 „Ja, aber wenn ein Mensch unter ein Fahrzeug kommt, kann er erstens überleben, und zweitens ist dann nicht die ganze Umgebung verseucht“. meinte sie.

 „Ja, das stimmt natürlich auch“, sagte ich. „Wie bist du denn eigentlich dort weggekommen?“

 „Ich bin gerannt und gerannt und gerannt und gerannt“, sagte sie, „bis ich nicht  mehr konnte. Dann bin ich noch eine Weile gestolpert. Und dann war ich hier.“

 „Na, da bist du ja eine ganze Ecke weit gekommen“, meinte ich. „Hier ist nichts davon zu sehen.“

 „Ja, das ist auch gut so“, meinte sie. „Also bei euch ist jetzt kein Krieg?“

 „Bei uns nicht. In anderen Ländern schon.“

 „Wie weit sind diese anderen Länder denn weg?“

 Ich mußte so lachen! Sie verwendete wirklich ihren ganzen Scharfsinn darauf, mögliche Gefahren zu sondieren.

 „Weit genug, daß dir nichts passieren kann, wenn du hier wohnst“, meinte ich. „Es sind nicht direkt die Nachbarländer, die sind schon ein bißchen weiter weg. Bei uns ist es relativ friedlich. Richtiger Friede ist natürlich noch mal was anderes. Aber wir haben keinen offenen Krieg hier, schon ewig nicht mehr gehabt.“ – Das schien sie etwas zu beruhigen.

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Zwei Stunden Bedenkzeit

 Wir redeten noch eine ganze Weile, und ich erklärte ihr, wie es hier so ist. Dann meinte ich, es wäre wohl besser, wenn ich eine Weile weggehe, damit sie in Ruhe überlegen könne, ob sie hierher kommen oder lieber dort bleiben will, wo sie ist. Denn solange ich auf sie einrede, hätte sie ja gar keine Ruhe, um sich darüber klarzuwerden.

 Das fand sie richtig gut. „Du kommst aber wieder?“ wollte sie wissen. Ich versicherte ihr, daß ich wiederkommen würde, und fragte, wie lange sie wohl brauchen würde, um sich zu entscheiden. „Wenn ich erst in 2 Tagen wiederkomme, denkst du sonst vielleicht, ich komme gar nicht mehr. Und wenn ich zu früh wiederkomme, dann ist vielleicht die Zeit nicht lang genug.“

 „Zwei Stunden“, meinte sie.

 „Bist du sicher, daß dir das reicht?“ fragte ich. „Ich kann auch später kommen.“

 „Nein, zwei Stunden, das reicht mir“, sagte sie sehr entschieden.

 Ich wollte schon gehen, da hörte ich: „Tschüß …“ und mußte wieder lachen und wuschelte ihr noch mal durchs Haar.

 

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Die Rückkehr

Nachdem die zwei Stunden vorbei waren, ging ich dann nachsehen. Erstmal fragte ich, ob die Zeit lang genug für sie war, um zu einer Entscheidung zu kommen, oder ob sie noch mehr Zeit bräuchte. „Nein, nein, das ist in Ordnung.“ Dann fragte ich, ob sie kommen wollte, oder lieber bleiben, wo sie war, und erlebte die Überraschung meines Lebens. Auf einmal spürte ich nämlich einen heftigen Energiestrom in meiner Stirn und hatte das Gefühl, daß sie das vielleicht war. Und ja, genauso war es auch. Sie war in meine Stirn eingezogen. Es fühlte sich auch sofort total anders an. Ich meinte: „Warum bist du denn in meinen Kopf eingezogen? Du kannst auch gerne in mein Herz kommen, wenn du willst.“ Aber sie meinte: „Nein, hier ist es gut. Hier bleibe ich jetzt.“

 Und sie hätte darüber nachgedacht … „Du hast recht“ meinte sie, „egal wo man hingeht, kann man nicht genau wissen, ob es nicht noch mal passieren wird.“

 „Naja, du hättest ja bleiben können, wo du warst.“

 „Ja, aber … ach, das war so leer dort“, meinte sie.

Dann fragte ich sie, ob sie irgendeinen Wunsch hätte – Musik hören, irgendwas essen oder spielen? Sie wollte eine Geschichte erzählt bekommen.

 Also erzählte ich ihr eine Geschichte, die ich vor kurzem gelesen hatte, über eine Farm, auf der es ein Zeit-Portal, einen Drachen und eine ganze Menge anderer seltsamer Wesen gab, wie Einhörner und ein geflügeltes Äffchen. „Oh, ich will auch eins!“ rief sie sofort aus. Aber natürlich wußte sie, daß ich ihr das nicht geben konnte …

 Am Sonntagmorgen beim Frühstück meinte sie, sie sei total froh, daß sie gekommen sei. Es sei so schön ruhig hier. „Immer ist es nicht so ruhig“, meinte ich. „Ja, aber hier fliegen keine Häuser durch die Gegend und keine Stücke von der Erde“, meinte sie. „Auch wenn es bewohnt st, aber es ist ruhig.“ Ich fühlte mich auch total froh, daß sie gekommen war. Und irgend etwas fühlt sich jetzt anders an … ich bin gespannt, wie es jetzt mit uns weitergeht.

Erlebnisse mit Kindern

Veröffentlicht Januar 31, 2013 von Zarah

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 Mit Bäumen sprechen

 Diese Geschichten sind jetzt auch schon etwas länger her – 2010 -, aber ich möchte sie hier verewigen zur Freude derjenigen unter euch, denen ich sie noch nicht mündlich erzählt habe.  Für mich waren es Zeichen dafür, daß sich wirklich was verändert.

Kinder haben eine natürliche Verbindung zu Magie und allen Arten von „Übersinnlichem“. Mit zwei Jahren war ich der festen Meinung, die großen Straßenlaternen seien für die Menschen da und die winzigen Lämpchen, die im Park den Springbrunnen beleuchteten, seien für die Zwerge. In einer Umgebung, in der solche Vorstellungen nicht auf Gegenliebe stießen, schlug ich mir diese „Flausen“ aber ziemlich schnell aus dem Kopf. Was dann davon noch übrig war, wurde mit Medikamenten „gedämpft“. Heute habe ich Probleme, an meine „übersinnlichen“ Fähigkeiten wieder heranzukommen.

Immerhin unterhalte ich mich aber manchmal mit Bäumen und auch mit anderen seltsamen Wesen. Auf dem Weg von meiner Wohnung zu dem kleinen Supermarkt an der Ecke komme ich immer an einer Wohnanlage vorbei, wo ein wunderschöner freundlicher Baum im Hof steht. Der Hof ist durch einen spitzenbewehrten Zaun gesichert, die Tür ist meistens abgeschlossen. Dahinter ist noch ein Spielplatz. Wenn ich dort vorbeigehe, bleibe ich oft vor dem Zaun stehen und halte ein bißchen stille Zwiesprache mit diesem Baum. Das tut mir immer sehr gut. Allerdings komme ich mir dabei auch immer etwas seltsam vor und versuche, so unauffällig rumzustehen, daß es keiner merkt. 😉

Eines Tages kam ich vorbei und blieb bei meinem Baum stehen, und das Türchen stand ausnahmsweise mal offen. Der Baum meinte: „Komm doch rum!“ Ich sagte: „Nee, das kann ich doch nicht machen. Ich wohne doch nicht da … wenn mich jemand von den Bewohnern in dem Hof sieht, gibt es Ärger!“ Er meinte: „Na komm, trau dich doch einfach …!“ Also ging ich durch das Türchen und stellte mich an den Baum und fühlte ein bißchen seine Energie. Ich hatte ihn vorher noch nie am Stamm berührt, da wir ja immer durch den Zaun getrennt waren.

Plötzlich kam ein etwa 14jähriger türkischer Junge um die Ecke, sah mich an dem Baum stehen und fragte: „Was machen Sie denn da? Sind Sie eine Schamanin?“ Das war das letzte, was mir gefehlt hatte …! Nur um ihn loszuwerden, sagte ich: „Ja.“ Ich dachte, er würde sich damit dann zufriedengeben und weitergehen. Statt dessen sagte er zu meiner vollständigen Verblüffung:„Was für Heilkräfte haben Sie denn?“ Er erzählte mir, in dem Computerspiel, das er immer spiele, sei er auch Heiler und Schamane. Wow! Computerspiele öffnen Kinder für solche abgedrehten Sachen wie Schamanismus. Auf die Idee war ich noch gar nicht gekommen. Eigentlich hatte ich Technik und Schamanismus immer als Gegensätze betrachtet.

Dann kam ein Schwarm kleinerer Kinder um die Ecke, und der erste Junge erzählte ihnen, ich sei Schamanin und würde mit dem Baum reden. Daraufhin wurde ich mit Fragen bombardiert:

„Kann der Baum sprechen?“

„Was sagt er denn?“

„Geht es ihm gut?“

Ich war völlig geplättet von diesem Interesse. Es war ein bißchen schwer zu erklären, daß ich mich mit dem Baum meistens nicht in Worten, sondern per Energieaustausch unterhielt, und daß der Großteil unserer „Kommunikation“ auf Ebenen ablief, die man auch schwer in Worte übersetzen könnte. Ein paar von den kleineren Kindern fragten, ob sie auch mit dem Baum sprechen könnten. Ich sagte: „Ja, jeder kann das. Du mußt dich nur einfach hinstellen und ganz still werden und gucken, was dann kommt.“ Ein paar stellten sich dann wirklich hin und fühlten den Baum.

Dann entdeckten zwei von den kleinen Mädchen etwas, was sie noch viel interessanter fanden, nämlich daß ich Haare unter den Achselhöhlen hatte. Offenbar hatten sie so etwas noch nie gesehen, da die Frauen bei ihnen zuhause sich alle rasierten. Ich sagte: „Wenn du groß bist, kriegst du das auch.“ Das konnten sie kaum glauben …

Es hat sich dann herumgesprochen und manche von den kiddies benutzen es jetzt auch, um mich zu veräppeln. „Da kommt die Frau, die mit Bäumen redet.“ Aber einer kam letztens an und meinte ernsthaft: „Mit dem Boden kann man nicht reden.“ Ich sagte: „Doch, man kann mit allem reden.“ Er meinte: „Ja reden kann man damit schon, aber er antwortet nicht.“

Eigentlich müßte man den Leuten nur zeigen, wie sie die Antworten wahrnehmen können …

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Hexen-Charme

Ein anderes Mal war ich in der Bibliothek gewesen und wollte dann in dem kleinen Park vor der Bibliothek eine Meditation machen, die kurz davor durchgekommen war. Direkt am Weg, wo die Bänke stehen, ging es aber schlecht, da ständig Radfahrer in einem Affentempo vorbeisausten. Ich brauchte trotzdem irgendwas zum Sitzen, weil die Füße auf dem Boden stehen mußten. Schließlich fand ich einen Stapel Bodenplatten und setzte mich darauf. In der Nähe grillten einige türkische Familien.

Kaum hatte ich mit der Meditation angefangen, war ich auf einmal von Kindern umringt, die mich fragten: „Sind Sie eine Hexe? Sie sehen aus wie eine Hexe!“ Ich trug an dem Tag ein schwarzes Kleid mit eng anliegendem geschnürten Oberteil und einem weiten bodenlangen Rock. Aber dieses Kleid hatte ich schon seit Jahren, und es hatte noch nie ein solches Aufsehen erregt. Die Harry Potter-Filme und Serien wie „Charmed – Zauberhafte Hexen“ schienen da einiges in Bewegung gebracht zu haben.

Die Kinder erzählten mir von ihrem Familienleben einschließlich Problemen mit Verwandten („Die kommen immer und wollen bei uns wohnen“) und auch diversen Vorurteilen („Die trinken Bier! Wir sind Muslime!!!“). Ein paar gingen zurück zum Grillplatz und kamen mit zwei riesigen Stücken Wassermelone zurück, die sie mir schenkten. Da es ein heißer Tag war und ich vergessen hatte, Wasser mitzunehmen, war ich super dankbar dafür. Dann führten mir einige von ihnen noch einen Tanz vor, den sie vor kurzem gelernt hatten. Wow! Ich wußte gar nicht, womit ich all diese Aufmerksamkeit verdient hatte, und war teils verdattert und teils gerührt. Schließlich mußte ich gehen, da es Zeit für die 5 Rhythmen war. Aber ich fand das eine recht erstaunliche Begegnung.

Erlebt ihr auch solche Sachen? Es würde mich freuen, davon zu hören.

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